[12von12] Tage, die keiner braucht

Gestern war wieder der 12. eines Monats. Frau DraussennurKaennchen ruft zur Dokumentation des Tages mit 12 Bildern auf. Gerne.

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Start in den Tag mit Augentropfen und Augensalbe. Das braucht doch keiner. Mittlerweile sind es 5 Herpesbläschen rund ums linke Auge am Lid. Gestern morgen war ich beim Hausarzt, der mich direkt ohne Umweg und mit dem Hinweis „Bloß nicht abwimmeln lassen. Sie müssen heute einen Termin bekommen!“ zum Augenarzt geschickt hatte. Jetzt heißt es behandeln und hoffen, dass es sich nicht ins Auge verlagert.

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Das Wecken des kleinen Kindes war etwas mühsam. Sie schnupft etwas, versucht die ich-bin-so-krank-Tour. Aber zuhause bleiben wegen etwas Schnupfen ist nicht mein Töchterlein. Raus aus den Federn, ab unter die Dusche.

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Diskussion mit dem jungen Mann, der lieber ans Smartphone geht anstatt sich anzuziehen. Schade, da verschwand sein Gerät in meiner Hosentasche. Husch alle fertig machen. Zwei mit dem Fahrrad losschicken. Ich nehme mit der Kleinen das Auto, nicht mein erste Wahl, aber mit dem Auge will ich kein Risiko eingehen.

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Und so kann ich dann auch noch schnell den Einkauf erledigen. Plastikfrei ist er nicht geworden. Wir merken immer mehr, dass dies kaum möglich ist für uns. Es passt leider nicht so wie ich mir es in meinen Träumen ausgemalt habe. Schafft ihr das?

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An den Schreibtisch. Die Unterlagen für die Krankenkasse bezüglich der geleisteten Zuzahlungen meiner Mutter müssen fertig gemacht werden. Tippen, kopieren, sortieren, erklären. Das Telefon ist mein zweitbester Freund an diesem Morgen und wie die vergangenen Morgene und Nachmittage. Telefonate mit dem Sozialamt, dem Betreuungsgericht, Anwälten und wieder von vorne. Erklären, nachfragen, versuchen zu verstehen und eine Lösung finden, keinen erreichen und es auf später verschieben. Ihr könnt euch denken woher die Herpesbläschen an Lippe und Auge kommen?

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Mittagessen vorbereiten. Kind abholen. Essen.
Griechischer Hackauflauf in leicht abgewandelter Form nach einem Rezept von der aktuellen „Einfach Hausgemacht„.

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Für den Nachmittag einen Hefeteig ansetzen.

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Und dann später leckere Zimt-Sternanis-Schnecken genießen. Schade, dass es kein Duft-Internet gibt. Es roch so lecker.

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Um ca 15 Uhr dann kurz mal die Füße hochlegen und einfach nur abschalten. Die Sonne kam zur Abwechslung auch kurz heraus zwischen dramatischen (fast) Weltuntergängen mit Sturm, Gewitter und Platzregen. Die Kinder waren beschäftigt mit Hausaufgaben, Freunden spielen oder selbst mal runterkommen.

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Ähm habe ich was verpasst?
Der Mann kam mit einem ganz wunderbaren Blumenstrauß zur Tür herein. „Alles Liebe zum Namenstag. Wo ich doch zum Hochzeitstag schon keine Blumen besorgt habe.“
Hachz, ist das lieb. Genau das richtige an diesem doch sonst sehr bescheidenen Tag.

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Mit neuer Kraft etwas raus an die frische Luft und die vor Tagen gekaufte Chrysantheme endlich einpflanzen. Dort auf der selbstgemauerten Bank in direkter Blicklinie aus dem Wohnzimmer, mag ich diesen gelben Lichtpunkt sehr.

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Und während der Mann den Rasen mäht, bestaune ich die wohlgeformten Hopfenblüten. Wie schön, dass der Hopfen doch so gut angegangen ist. Nicht, dass wir ihn nicht öfter mit dem Rasenmäher kleingemäht hatten. So aus Versehen versteht sich :))

Mehr Eindrücke vom 12.09.17 findet ihr hier.

 

 

 

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Schulstart: Smartphone ja oder nein?

Die Schule hat hier in NRW gerade wieder begonnen. In einigen Schultüten befinden sich Smartphone für die Schulstarter. Und als Mutter eines Fünftklässlers frage ich mich auch: Smartphone ja oder nein?

Smartphone in die Schultüte?

Im Grundschulbereich war für uns Eltern klar: kein eigenes Smartphone für die Kinder. Sie dürfen und durften unsere Smartphones begrenzt nutzen und auch das vorhandene Tablet, aber eben kein eigenes Smartphone. Warum nicht? Erstens überfordert ein Smartphone ein 6jähriges Kind schnell. Der Schulstart möchte erst einmal gemeistert werden und die vielen Funktionen eines Smartphones, welches sinnhaftes Lesesverständnis erfordert, können gerade 1. und 2. Klässler noch nicht leisten. In der 3. und 4. Klasse steht das Thema Internet auf dem Lehrplan und auch in meinen Kurs zum Thema „Internet für Kinder“ merke ich immer wieder, dass es gerade den Grundschulkindern noch recht schwerfällt zu begreifen was das Internet ist, welche Möglichkeiten es bietet, aber auch welchen Gefahren sie sich aussetzen können.

Ein begleiteter Umgang mit einem Smartphone und seinen Funktionen ist für uns der richtige Weg, um unseren Kindern die Welt des Smartphones und des Internets begreiflich zu machen. Dabei erklären wir viel, probieren aus und testen uns durch.

Smartphone als Geschenk

Mit dem 10. Geburtstag gibt es dann ein eigenes Smartphone. Der Schulwechsel steht vor der Tür und viele im Bekannten- und Freundeskreis haben ebenso ein Smartphone nun. Alleine lassen wir unser Kind immer noch nicht damit, denn so ein eigenes Smartphone ist gerade in den ersten Wochen ja besonders interessant. Kann ich dann nun immer dran, wenn ich will? Wie ich muss dich fragen, wenn ich eine App herunterladen will? Jetzt kann ich endlich spielen und YouTube schauen! 

Grenzen setzen, Vereinbarungen treffen

Die Freude ist groß und doch gibt es Grenzen. Stundenlang am Smartphone sitzen ist einfach nicht sinnvoll und gesund. Gerade unser Sohn mit der Aufmerksamkeitsschwäche hat enorme Probleme nach stundenlangem Bildschirmgestarre ist er unkonzentriert, leicht frustriert und hat eine sehr kurze Toleranzgrenze. Da er sehr medienaffin ist und gerne sich die unterschiedlichen Let’s Playvideos auf YouTube schaut, haben wir mit ihm Vereinbarungen geschlossen wie lange er am Smartphone bleiben darf – momentan 2 Videos am Stück (ca. 45 Minuten). Ganz individuell auf ihn abgestimmt und gleichzeitig erklärt, warum wir andere Regelungen mit seiner Schwester haben. Jedes Kind ist anders. Das eine Kind braucht mehr feste Regeln, das andere Kind braucht mehr Zuspruch und Anleitung. Gar nicht so einfach, da immer den „richtigen“ Weg zu finden. Eine Möglichkeit ist einen gemeinsamen Nutzungsvertrag zu erstellen. Vielleicht sogar gleich für die ganzen Familie.

Wie regelt die weiterführende Schule das?

Wir sind nicht allein mit unserer Einschätzung, dass Kinder ab der weiterführenden Schule ein eigenes Smartphone besitzen. Direkt am ersten Tag auf dem Gymnasium hat unser Sohn ein Merkblatt zur Handynutzung mit nach Hause gebracht. Wie bei einem Vertrag mussten sowohl wir Eltern als auch unser Sohn dieses unterschreiben. Aber was steht drin? Es konzentriert sich stark auf alle negativen Aspekte der Smartphonenutzung und möglichen strafrechtlichen Folgen:

  • keine Verbreitung von Fotos und Videos
    Bestrafungsmöglichkeit nach §22 und §33 des Kunsturheberrechtgesetztes und nach §201a des StGB
  • kein Happy Slapping
    selbstgedrehte Videos oder bekommene Videos, in denen andere Personen beleidigt, beschimpft, geschlagen oder pornograftiert werden
    Bestrafungsmöglichkeit nach dem StGB wegen Gewaltdarstellung, Verbreitung gewalt- oder tierpornographischer Schriften, Beleidigung, Verleumdung, unterlassene Hilfeleistung, Anstiftung und Mittäterschaft, aber auch hier Verstoß gegen das Recht auf das eigene Bild.

Der Grundsatz ist: „Mit dieser Information wollen wir Dich schlau machen, so dass Du Dich selbst vor sehr unangenehmen Folge schützen kannst.“

Infozettel – ist das ausreichend?

Es ist wichtig, dass die Regeln klar sind und mögliche Straftaten vorgebeugt werden. Aber kann ein Fünftklässler die Ausmaße bereits erfassen, wenn er den Zettel liest und unterschreibt? Ist im klar, was er mit einer Unterschrift aussagt? Mir ist das zu kurz gedacht. Wir haben hier es besprochen, sind den Zettel mit ihm durchgegangen. Berets im Vorfeld hatten wir einige Fälle von eingehenden Fotos und Videos, die für meinen Geschmack schon nicht in Ordnung waren. Aber trotz Erklärungen und Darlegung des Sachverhaltes, ist es für den Sohn noch recht schwierig zu unterscheiden was ist ok und was ist eben nicht ok. Wir haben uns dann gemeinsam die Erklärungen zum Persönlichkeitsrecht und zum Urheberrecht auf Handysektor.de angesehen. Aufgrund dieser Erfahrungen ist ein Schreiben seitens der Schule deshalb nicht zielführend und ausreichend. Pädagogen und Eltern sind hier gefragt den Kindern es deutlich anschaulicher zu erklären was geht und was nicht. Doch können wir das als Eltern eigentlich leisten? Sind alle Eltern dazu in der Lage? Warum kommt es immer wieder zu Fällen von Happy Slapping, von Mobbing, von Urheberrechtsverletzungen?

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Unsere Regeln für unsere Kinder

Wir haben unterschiedliche Nutzungsvereinbarungen mit allen drei Kindern, je nach Alter, nach Bedürfnissen und ihren Charakteren:

Die Jüngste, 7 Jahre alt, 2. Klasse

  • kein eigenes Smartphone
  • begleitete Nutzung ca. 30 – 60 Minuten am Tag
  • kein eigenes Downloaden von Apps
  • keine eigenen Passwörter, keine eigenen Konten, keine eigene Emailadresse

Der Sohn, 10 Jahre alt, 5. Klasse

  • eigenes Smartphone
  • Smartphone darf nicht mit in die Schule
  • eigenverantwortliche Nutzung von ca. 45 – 60 Minuten am Stück
  • kein eigenes Downloaden von Apps
  • Passwörter müssen uns Eltern bekannt sein
  • Wir Eltern dürfen nach Rücksprache seine Nachrichten lesen und bei Bedarf besprechen wir Unregelmäßigkeiten, Auffälligkeiten, Verstöße

Die Große, 13 Jahre, 8. Klasse

  • eigenes Smartphone
  • eigenverantwortliche Nutzung
  • Passwörter müssen uns Eltern bekannt sein
  • Wir Eltern dürfen nach Rücksprache und in ihrem Beisein ihre Nachrichten lesen und die Apps überprüfen, welche auf dem Smartphone sind

Als Eltern versuchen wir allen Kindern ein offenes Ohr zu bieten und gemeinsam Vor- und Nachteile von den einzelnen Möglichkeiten (Apps, Funktionen, Prepaid oder Vertrag) zu erörtern, um dann eine Entscheidung fällen zu können. Wir wünschen uns, dass sie uns fragen, wenn sie unsicher sind und dennoch möchten wir ihnen so viel Freiraum geben wie es nötig und möglich ist. Es ist ein Balanceakt.

Eure Meinung

Jetzt interessiert mich wie das bei euch läuft. Haben eure Kinder, Neffen, Nichten bereits ein eigenes Smartphone? Wie schützt ihr eure Kinder vor Straftaten? Welche Sorgen habt ihr bezüglich der Smartphonenutzung?

Mehr zu unser Sichtweise findest du hier (WhatsApp) und hier (Fernsehnutzung).

 

Unser Kind hat eine Aufmerksamkeitsstörung – die Grundschule

Und dann stand die Einschulung vor der Tür. Puh, dass war irgendwie gar nicht so einfach. Wie wird die Grundschule reagieren? Wird es weitere Therapien geben und vor allem auch: was sagt das persönliche/familiäre Umfeld? Das lest ihr im zweiten Teil unser kleinen Serie zur Aufmerksamkeitsstörung unseres Kindes.

Einschulungsuntersuchung und Erstgespräch

Die Einschulungsuntersuchung war die letzte motorische Untersuchung in einer Reihe von diesen. Es kam zum Übungseffekt und die Dame vom Jugendamt konnte keine Auffälligkeiten feststellen. Der Junge ist schulreif wie es so schön heißt.
Dann kam das Erstgespräch mit der Grundschule. Wir sprachen die Problematik des Einnässens und der Langsamkeit an und baten um eine geduldige Lehrkraft.

Die Grundschulzeit

Die Wahl der Lehrkraft war perfekt. Es war zeitweise sogar stundenweise eine Sonderpädagogin mit in der Klasse und seine Klassenlehrerin absolvierte während seiner Grundschulzeit noch eine Fortbildung zur Sonderpädagogin. Ein Glücksfall für unseren Sohn. Die Klassengemeinschaft wuchs und in den vier Jahren kam es nur vereinzelt zu Hänseleien, die ich allerdings tatsächlich für normal empfinde. Er kam gut in der Schule mit. Beteiligte sich zunehmend munterer und selbstsicherer am Unterricht.  Es viel aber immer mehr auf, dass er teils recht abwesend war. Immer wieder gab und gibt es diese Momente, in denen er einfach nicht da zu sein scheint. Und auch im motorischen Bereichen zeigen sich einige Defizite, z. B. hat er in der 1.Klasse die Druckbuchstaben nahezu perfektionistisch geschrieben. Doch als in der 2. Klasse es mit der vereinfachten Ausgangsschrift es weiterging veränderte sich sein Schriftbild drastisch. Die zusammenhängende Schrift stellte für ihn eine enorme Herausforderung. Mit Bleistift und Tintenroller ging es einigermaßen, als dann auch noch in der 3. Klasse der Füller hinzukam war die Schrift kaum lesbar und das Schreibtempo katastrophal. In Absprache mit den Lehrerinnen war es dann an ihm welche Schriftart er nutzte und mit welchem Stift er schrieb.

Klassenarbeiten und Hausaufgaben

Die wahre Herausforderung für uns als Familie und vermutlich auch für ihn waren und sind die Hausaufgaben. Unzählige Male habe ich unter das Geschriebene notierte „Heute konnte … seine Hausaufgaben nicht zu ende machen. Er konnte sich nicht mehr konzentrieren.“ Aber wir haben da auch oft Stunden (!) gesessen und immer und immer wieder anfangen und ihn ermuntert, ihn fokussiert, ihm Hilfsangebote gemacht. An anderen Tagen ging es dann problemlos.
Die Tests und Klassenarbeiten waren auch immer sehr interessant. In der ersten Klasse musste er erst lernen, dass er nicht seinem Sitznachbarn helfen sondern seine Aufgaben machen sollte. In der 3. Klasse starteten dann die Klassenarbeiten und es zeigte sich, dass er oft mehr Zeit als andere Kinder brauchte und mal auch nicht. Gerade im Fach Mathematik war das dann auch für uns Eltern immer sehr anschaulich: alle gelösten Aufgaben waren richtig, aber diese schwankten von der Hälfte der Aufgaben bis zu allem. Mal gab es eine vier und mal eine eins. Die Lehrerinnen wussten auch nicht weiter und die Elterngespräche waren immer sehr interessant, weil wir dort teils zu viert saßen und uns fragten, welches Kopfkino sich in seinem Kopf in den Momenten der Unaufmerksamkeit abspielte.

Die anderen Eltern

Wir haben eigentlich nie ein Geheimnis aus seiner Besonderheit gemacht. Eltern unterhalten sich. Man fragt nach wie es in der Schule so läuft. Wir berichteten, dass unser Sohn langsam ist und die Hausaufgaben häufig einer Neverendigstory glichen. Die Reaktion war meist sehr ähnlich: Ach ja, dass kenne ich. Unser ist auch sooo langsam. Aber das legt sich wieder. Die Schnelligkeit kommt noch. Es muss ja nicht jeder ein Überflieger sein. Kind xy hat das auch am Anfang gehabt, dass verwächst sich.
Ich nehme das niemandem übel, aber es hilft nicht gerade weiter und beruhigt auch nicht wirklich.

Erst als es offensichtlicher wurde und auch das Einnässen nur bedingt zurückging, kamen manchmal Fragen und Interesse.  Aber auch eine anonyme Anzeige beim Jugendamt, dass unser Sohn einnässen würde und wir nichts dagegen unternehmen würden. So standen eines Morgens zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamtes vor der Tür und überrumpelten mich. Ich war ganz schön geschockt und es hat lange in mir gearbeitet. Letztlich war alles in Ordnung. Die Damen wussten nicht annähernd so viel über mögliche Ursachen von Einnässen wie wir und waren mehr als zufrieden, was wir bis dato alles unternommen hatten. Es blieb dennoch ein Gefühl der Ohnmacht.

Der Schulwechsel

Der bevorstehende Schulwechsel hat uns ebenso viele schlaflose Nächte gebracht. Dazu aber demnächst mehr.

Einmal durchatmen bitte

Herrlich dieses Gefühl mal alles stehen und liegen zu lassen. Einfach die Seele streicheln und Kraft zu tanken. Wo geht das besser als am Meer?

Kraft tanken, Seele baumeln lassen und endlich dem Alltag im Rückspiegel erblicken, das haben wir im letzten Sommer getan. Anfang des Jahres 2016 konnten wir keine Urlaubsplanung vornehmen, weil uns vieles zu unsicher erschien. Deshalb mussten wir kurzfristig planen. Irgendwann wuchs uns alles über den Kopf und wir brauchten alle fünf eine Auszeit. Zu viel war passiert, zu viel schwirrte herum, einfach alles zu viel. Kurz entschlossen haben wir das Internet nach einer netten, bezahlbaren Unterkunft durchforstet.

Beim Tastesheriff bin ich auf Hof Hilligenbohl aufmerksam geworden. Dort wohnt Ute Kirchner, Claras Mama, und bietet Nordseereisenden eine nette, feine Unterkunft. Ehrlich gesagt hatte ich kaum damit gerechnet, dass sechs Wochen vor Reisebeginn mitten in den Sommerferien noch etwas frei wäre. Aber wir hatten Glück. Der Kontakt via Email war unkompliziert und schnell konnten wir uns auf ein gemeinsamen Termin einigen. Die Vorfreude stieg.

Im Juli war es dann soweit. 6 Stunden Autofahrt später konnten wir die Nordsee riechen. Natürlich war gerade Ebbe, wie sollte es auch anders sein. Doch egal. Ab ins Watt. Die ersten Muscheln wurden gesucht, die Beine nach der langen Autofahrt vertreten und einmal tiiiiiiiiiief einatmen.

Diese einmalige Ruhe und die Weite des Meeres am Strand oder einfach noch die Weitsicht an Land, lassen mich direkt etwas ruhiger werden. Alles strahlt Gelassenheit aus. Ich kann direkt einige Gänge herunterschalten und durchatmen. Langsam legt sich die innere Anspannung und das Lächeln kehrt auf das Gesicht zurück.

Angekommen auf Hof Hilligenbohl wurden wir sehr freundlich willkommen geheißen. Die obere Wohnung ist wunderschön ein gerichtet. Alles in einem tollen hellen Mix aus weiß und grau. Etwas Bedenken hatten wir wegen dem weißen Teppichboden – doch völlig unbegründet. Der war super pflegeleicht und die Kinder haben sich automatisch etwas vorsichtiger verhalten. Schnell waren die Betten vergeben. Die kleinen Alkoven sind natürlich der absolute Hit!

Als Gäste darf man das wunderschöne, große Anwesen komplett nutzen. Welch ein Traum und irre viel Platz zum Federball oder Fußball spielen, picknicken und zum Lesen auf der großen Wiese. Ich könnte hier Stunden sitzen und einfach nur schauen, staunen und genießen.

Hinter jedem Winkel, in jeder Nische und hinter jede Hecke findet sich etwas Neues. Im Garten hat Ute Kirchner einige ihrer tollen Skulpturen aufgestellt. Kunst in jeder Ecke. Viele Bänke, Stühle und Sessel laden zum Hinsetzen und Genießen ein. Der Garten strahlt eine seltene Ruhe aus, selbst mit lauten Kindergeschrei.
Urlaub. Erholung.

Der Hof liegt abseits der Zivilisation. Nein, es gibt fließend Wasser und Strom, nur leider noch kein ausgebautes Breitbandnetz und der Empfang des Mobilfunks ist eindeutig draußen besser als drinnen. Für die Teenietochter war das zeitweise doch hart, aber fünf Tage etwas weniger Netz hat sie überlebt 😉 Im nächsten Ort, Niebüll, gibt es dann auch freies Wlan für alle! War klar, wo wir einmal am Tag hinsollten, oder?

Nordfriesland lädt zu Tagesausflügen ein. Wir empfehlen euch Fahrräder mitzunehmen oder auszuleihen. Wir haben das verpennt und sind die 6 km bis Dagebüll zum Strand gelaufen bzw. mit die Kinder mit Inliner gefahren. Den Rückweg ist der Mann dann mit den Kindern mit dem Taxi gefahren und ich bin gelaufen. Ansonsten waren wir in Flensburg shoppen und sightseeing,

sowie in Husum, der grauen nordfriesischen Hafenstadt. Haben lecker gegessen und am Strand einfach die Seele baumeln lassen. Bei einem erneuten Besuch würde ich gerne nach Dänemark herüber und einen Tagesausflug nach Glücksstadt an die Ostsee planen. Wenn also mal nur Ebbe ist, einfach in die andere Richtung ab zur Ostsee. Von Niebüll aus könnt ihr auch rüber nach Sylt oder ab Dagebüll die Fähre Richtung Föhr oder Amrum nehmen. Wattwanderungen sind auch immer sehr beliebt.

Ein weiteres tolles Tagesziel mit Kindern ist das Wattmuseum „Multimar“ in Tönning. Nie hätte ich erwartet, dass das unscheinbare Gebäude dort in den Dünen so eine faszinierende Ausstellung hat. Gerade die Kinder waren fasziniert und haben wohl noch nie so gerne etwas Neues gelernt. Das Walskelett war ein absolutes Highlight. An vielen Stationen gab es kleine Rätsel zu lösen, toll aufbereitete Informationen rund um das Wattenmeer. Kleine Filme, etwas auf die Ohren, zum Fühlen und zum Gucken – für jeden war etwas dabei. Ein ganz tolles Museum.

Wer also eine tolle Unterkunft in Nordfriesland sucht mit einer netten Gastgeberin, dem können wir Hof Hilligenbohl nur ans Herz legen. Mit Kindern sind die Westwohnung und die obere Wohnung ideal. Als Alleinreisender oder als Pärchen ist auch die kleine untere Wohnung ein Traum. Frau Kirchner ist eine sehr verständnisvolle Gastgeberin und wenn doch mal etwas passiert, dann kann man sich gut einigen (Der Sohn hatte da des Nachts ein Mißgeschick, aber gemeinsam haben wir eine Lösung gefunden.). Wir sind sehr dankbar für die wunderschöne Zeit im letzten Jahr.

Wenn ich könnte, ich würde sofort wieder meinen Urlaub auf Hof Hilligenbohl in Nordfriesland verbringen. Doch diesen Sommer machen wir Urlaub auf Terrassien und im schönen heimatlichen Münsterland.

[12von12] Ein bisschen von allem

Es gibt so Tage, da läuft es oder da läuft es eben nicht. Der 12. Juli 2017 ist ein Mittwoch. Noch sind 3 Tage Schule, aber dann endlich Ferien. Endlich, genau. Hier sind alle ferienreif. Morgens wird immer später aufgestanden und alle quälen sich aus den Federn und würden doch noch so gerne liegen bleiben. Einmal durchatmen bitte.

Ganz bald ist also das lästige Schultasche packen und Pausenbrotboxen befüllen für 6 Wochen vom Tisch. Aber heute halt doch nochmal bitte: 1x Frühstückscerealien, 1x Nektarine, 1x Geld für ein Brötchen bitte.  Weiterlesen „[12von12] Ein bisschen von allem“

WmdedgT Juli 2017

In unregelmäßigen Abständen dokumentiere ich meinen bzw. unseren Familienalltag hier auf dem Blog. Zum einen um es mir selbst klar zu machen, was wir eigentlich so den ganzen Tag machen und zum anderen ist es im nachhinein immer total interessant wie sich der Alltag verändert mit dem Alter der Kinder und den äußeren Umständen sowie veränderten Arbeitsbedingungen und Co. Hilfreich ist die Aktion „Tagebuchbloggen“ von Frau Brüllen, die jeden 5. eines Monates stattfindet unter dem Hashtag #wmdedgt.

Der 5. Juli 2017 fing an wie jeder andere Schultag um 6:15 Uhr klingelt der erste Wecker. Huch wer liegt denn da neben mir? Der Sohn ist am frühen Morgen nochmal in unser Bett gekrochen und schläft noch friedlich. Herrlich, denn sonst ist er oft schon sehr früh wach und macht nur Unsinn wie Nutellagläser leeren oder das Fernsehen an.  Weiterlesen „WmdedgT Juli 2017“

[Mmi] Geschichte erleben auf Burg Rötteln

Am heutigen Mittwoch mag ich euch mitnehmen zur Burgruine Rötteln in der Nähe von Lörrach und der Schweizergrenze zu Basel.

Wer den kurzen, aber doch relativ steilen Anstieg zur Burgruine Rötteln geschafft hat, wird mit einem tollen Ausblick belohnt. Im Osten sieht man den Schwarzwald hervorragen, im Süden das Schweizer Jura und im Westen die französischen Vogesen. Dazu noch der Blick auf die Industrie- und Textilstadt Lörrach.

Weiterlesen „[Mmi] Geschichte erleben auf Burg Rötteln“