Fernstudium – Lust oder Frust?

Ein Artikel der Zeit.online hat mich etwas zum Nachdenken angeregt und gerne möchte ich meine Sicht der Dinge mal kurz als Fernstudentin der Fernuniversität Hagen hier dalegen. Den Artikel findet ihr hier.

Kurz gesagt geht es darum, dass ein Fernstudium immer beliebter wird. Aber auch darum, dass es viele der Studenten nicht zum Abschluss bringen – vor allem an der Fernuni in Hagen ist das wohl so laut Artikel.

Wie ist das Studium für mich an der Fernuni Hagen?

Ich liebe es „in“ Hagen zu studieren. Für mich ist es in der momentanen Lebenssituation das Ideale. Mit drei kleinen Kindern zu Hause und auf dem Lande lebend, wäre es für mich nicht möglich gewesen ein Studium anzufangen ohne viele Einschränkungen. So kann ich meine Kinder beim Wachsen zusehen und muss sich nicht ganztags in den Kindergarten oder die Schule bringen, was ich sehr schätze und auch genauso immer so wollte. Außerdem kann ich mich weiterhin in der Pfarrgemeinde engagieren und mir das Studium selbst einteilen. Genau darin liegt für mich auch der entscheidene Vorteil: ich kann es mir selbst einteilen, muss nicht nach Stundenplan mit Anwesenheitspflicht in der völlig überfüllten Uni sitzen, kann mich mit Studenten aus der ganzen Welt austauschen über die angebotene Lernplattform zu jeder Tages- und Nachtzeit und vor allem ist es schon vorteilhaft für mich, dass ich pro Modul nur eine Klausur oder Hausarbeit abliefern muss.

Was sind die Nachteile eines Fernstudiums in meiner Sichtweise?

Zum einen sicherlich fehlt der direkte face-to-face Kontakt zu Professoren und Mitstudierenden, doch über die Lernplattform erreiche ich zu jeder Tages- und Nachtzeit jemanden, der mir in der Regel eine Antwort auf mein Problem geben kann oder mit mir gemeinsam auf Lösungsansatzssuche geht. Viele organisieren sich in Lerngruppe, per Skype-Lernchats oder über die angebotenen multimedialen Formen wie adobe connect seitens der Fernuni.
Zum anderen fordert es eine enorme Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen sowie sich selbst in den Arsch treten können. Allein vor dem Berg Studienbriefen zusitzen und zu wissen, dass in 4 Monaten eine Klausur ansteht ist nicht immer einfach, aber es geht mit einem klaren Ziel vor Augen.
Ein anderen Nachteile empfinde ich in der Anerkennung eines Studiums an einer Fernuniversität durch die Gesellschaft. Immer wieder hört man „Ach, du studierst. Dann kannst du ja noch dieses Amt übernehmen und dieses…“; „Ach, ein Studium von zuhause aus – das kann ja nicht so schwer sein“. Solche Aussagen höre ich definitiv nicht gerne, aber viele zu oft! Es ist ein Studium wie an jeder anderen Uni auch, nur anders.

Warum machen so viele ihren Abschluss nicht?

Meiner Meinung liegt das schon an den Umständen einer Fernuniversität. Es gibt einige Kommilitoninnen, die bereits ihr Studium wiederaufgegeben haben. Berufliche Veränderung und mehr Belastungen durch die Arbeit, veränderte Familiensitutation durch Familienzuwachs oder einen Pflegefall, Feststellung, dass ein Fernstudium nichts für einen ist und man nicht die notwendige Selbstdisziplin besitzt. Ich denke es gibt viele verschiedene Gründe für den Abbruch eines Studiums. Es gibt auch immer wieder Studierende, die nur zur Weiterbildung studieren und gar keinen Abschluss anstreben.
Bei privaten Anbieter von Fernstudien ist die Abschlussrate deutlich höher anzusiedeln. Aber warum? Tja, meiner Meinung liegt das auch mit daran, dass private Anbieter meist deutlich höhere Gebühren haben als die Fernuniversität Hagen. Ob ich jetzt nun 10.000 € oder 3.000 € für ein Studium bezahlen muss, ist schon ein Unterschied auch sicherlich für die Motivation und vorallem auch, ob ich dieses Studium überhaupt anfangen werde. Nur so als Möglichkeit der Weiterbildung ohne Abschlussgedanken würd ich es auf jeden Fall nicht aufnehmen und viele können es sich schlichtweg auch wohl nicht leisten.

Der Artikel benennt meines Erachtens nicht die ganze Wahrheit – wie auch, die ist so breitgefächert wie es Fernstudenten und Fernstudieninstitute gibt. Und ob ich nun private Anbieter mit der staatlichen Fernuniversität Hagen vergleichen kann, liegt mir fern zu beurteilen. Ich würde es so pauschal mit einigen Zahlen nicht tun. Die Menschen, die Studierenden dahinter sind ganz unterschiedlich mit unterschiedlichen Motivationen und Lebensumständen. Obwohl das Angebot bei privaten Anbietern deutlich breiter ist als an der Fernuni Hagen.

Fazit

Für mich ist und bleibt die Fernuni Hagen die Chance ein Studium neben der Familie zu absolvieren und ich bin festentschlossen es auch durchzuziehen. Auch aus dem Grund, dass ich zwar eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, leider aber kaum Arbeitserfahrung und nach 10 Jahren Kindererziehung ist der Einstieg in die Berufswelt bestimmt nicht einfach ohne adäquate Abschlüsse. Ein klare Motivation für einen Abschluss in Bildungswissenschaft.

Wer sich mal bei der Fernuni in Hagen umsehen möchte, kann das hier tun.

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