Vorlesen immer wichtiger

Ich finde Vorlesen prinzipiell schon wichtig. Am 16.11.12 war bundesweiter Vorlesetag. Beim Sohnemann im Kindergarten hat der Pastor wie der Bürgermeister den Kindern vorgelesen. Leider haben nicht alle Kindergärten des Ortes mitgemacht. Denn noch immer ist vielen nicht klar wie wichtig Vorlesen für Kinder ist. Gerade auch im Kleinkindalter. Nicht nur der Spracherwerb wird gefördert, sondern auch Konzentrationsfähigkeit, Merkfähigkeit und besonders wichtig: den Kindern wird vermittelt „ich bin für dich gerade da!“

Für mich ist es selbstverständlich zu lesen und den Kindern auch vorzulesen. So gibt es für jeden eine Gute-Nacht-Geschichte am Abend. Aber auch sonst wird viel gelesen oder Bücher geschaut, kommt ja immer auf das Alter an. Die Große liest schon eigenständig und verschlingt die Bücher gerade zu. Der Sonnenschein mag Sach- und Wimmelbücher, typisch Junge eben. Und Nummer drei lässt sich hier von allen vorlesen und Bilderbücher zeigen. Doch so selbstverständlich scheint das Vorlesen nicht zu sein. So sprach mich im Sommer ein Nachbar an. Der total verwundert war, dass wir doch zu viert auf der Bank draußen saßen und zusammen ein Buch gelesen haben (Die kleine Spinne Wunderlich. Ein tolles Buch über Spinnen, Familie und warum man sich ekelt oder Angst hat). Der Nachbar hat selbst Kinder, aber sie interessieren sich nicht sonderlich für Bücher. Ihnen wurde aber auch nur selten vorgelesen. Noch verwunderlich, wenn man den Hintergrund kennt, dass die Familie lange Jahre ein Schreibwarengeschäft mit Bücherverkauf betrieben hat. Und auch sonst hört man immer mal wieder. Vorlesen, nein warum denn. Vielleicht mal ein Hörspiel. (klar geht ja auch so schön einfach).

Adventszeit ohne Weihnachtsgeschichten?
Ins Bett gehen ohne Gute Nacht Geschichte?
Lange Winternachmittage ohne Bilderbuchschauen?
Für mich undenkbar und für unsere Kinder auch.

Noch fehlt mir etwas die Zeit, um anderen Kindern vorzulesen. Außerdem möchte ich mich beruflich ja eher Richtung Seniorenbildung, Seniorenarbeit orientieren. Vor zwei Jahren habe ich mal Kurse mit der Thematik Geschichten erzählen belegt, doch leider feststellen müssen, dass mir das freie auswendiggelernte Erzählen nicht sonderlich liegt. Ich mag es mit Kindern und Menschen in Kontakt zu kommen, aber habe doch lieber etwas Handfestes wie z. B. ein Buch vor mir, in das ich dann bei Bedarf doch nochmal schauen kann. Auch wenn sich Vorlesen durchaus sehr ähnelt.

Die Akademie für Leseförderung Niedersachsen hat am vergangenen Freitag ein Seminar für die Ausbildung von Referenten für die Schulung von Vorlesepaten für Senioren und Seniorinnen angeboten. Und ich habe mich angemeldet und war in Oldenburg. Das Seminar war recht aufschlussreich. Gestaltet und durchgeführt von der Stiftung Lesen, geleitet von Christine Kranz. Die Akademie für Leseförderung Niedersachsen bietet häufig Kurse für die Fortbildung und Ausbildung von Vorlesepaten an. Wenn es passt, werde ich weitere Seminare dort besuchen. Jetzt möchte ich etwas Praxiserfahrung sammeln, neben dem Vorlesen für unsere Kinder und werde mich mal in meiner Stadt umhören. Bisher gibt es keine Initiative hier und die Stadtbücherei will auch momentan noch nichts anbieten. Verweist auf den Caritasausschuss der Pfarrgemeinde, die momentan Lesepaten für eine Grundschule hier suchen. Das ist auch eine tolle Sache, die ich bei unserer Großen in der Schule in der ersten und zweiten Klasse gemacht habe, ist aber etwas anderes wie Vorlesepaten. Jetzt heißt es Kontakte knüpfen, Gleichgesinnte suchen und einen Partner, der einen willkommen heißt und sich freut, wenn Menschen vorgelesen wird.

 

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7 Gedanken zu “Vorlesen immer wichtiger

  1. Ich sehe das genau so: Vorlesen ist enorm wichtig, bildet und schult außerdem beim eigenständigen Lesen auch sehr das Gefühl für Rechtschreibung.
    Meine Tochter kennt es auch nicht anders. Ich habe begonnen ihr mit 3 Monaten jeden Abend vorzulesen und das hält sich bis heute (sie ist 8). Mittlerweile ist sie eine richtige Leseratte geworden und verschlingt die Bücher.
    Außerdem sehe ich, wie wenig Probleme sie bei der richtigen Schreibweise hat. Sie schreibt, sieht falsch aus, schreibt neu – so wie ich. Vieles in der deutschen Sprache ist ja eine „Merk-“ oder „Lern-Sache“ und hier hilft lesen ungemein.
    Anders herum sehe ich Kinder aus ihrem Umfeld, die sich für Bücher überhaupt nicht interessieren und eben auch unheimlich viel falsch schreiben…

    Jedes Kind sollte vorgelesen bekommen!

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      1. Ja, das ist wohl Wahr. Die Prinzessin ließt abends ihre „Bettlektüre“ auch schon mal uns vor, statt umgekehrt. Und auch so, ließt sie gerne. Laut zwar nicht, aber daran arbeiten wir 🙂

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  2. Sehr schöne und wichtige Sache. Und gerade jetzt im Winter doch super Zeitvertreib gemeinsam. Es gibt so schöne Bilderbücher für Kinder und Kleinkinder rund um den Advent und Weihnachten. Ein warmen Kakao und ein paar Kekse dazu und schon ist eine gemütliche Runde da.
    Der Kurze bekommt auch jeden Abend vorgelesen oder wir schauen zusammen ein Buch. Momentan hat er ein Lieblingsbuch „Bobo Siebenschläfer“, daraus will er jeden Abend hören und am liebsten immer die Zoogeschichte. Aber auch die Wieso, weshalb Warum Bücher sind gut. Oder eine Art Wimmelpuzzel mit Entdeckergeschichte.

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    1. @Kruemel: ein Phänomen bei Kindern das seinen gleichen sucht, das imemr wieder gleiche Buch, die immer wieder gleiche Geschichte. Gerne jeden Abend oder auch zwei, drei Mal hintereinander. Kenne ich zu gut. Aber das ist ja normal bei den Kindern. Die Kleene braucht jeden Morgen „ihr“ Buch im Kiga, um dann dort anzukommen. Also lese ich jeden Morgen dort schon eine Geschichte vor, die auch gerne immer wieder viele Kinder mitverfolgen.

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