Funkkolleg Medien beschäftigt sich mit Urheberrechten

Die Frage der aktuellen Sendung des Funkkollegs Medien lautet: Alles umsonst? Der Umgang mit Urheberrechten, Leistungsrechten und die Copy&Paste-Moral.
Gar nicht so ein einfaches Thema, welches schon lange die Gemüter erhitzt und das nicht erst seit dem bekannte Persönlichkeiten ihren Doktortitel wieder hergeben mussten, weil sie offensichtlich nicht richtig zitiert oder Zitate nicht angegeben haben. tztztz.

Aber worum geht es?
Im Zeiten des Internets ist es einfacher geworden an Dinge heranzukommen ohne dafür bezahlen zu müssen. Kostenlos, aber immer am Rande der Illegalität. Doch so neu ist es doch eigentlich wiederum nicht, denn gerade die Musikindustrie und die Filmindustrie sehen diesem Problem doch schon länger ins Gesicht. Wenn ich da nur an die vielen CDs denke, die dort auf dem Schulhof getauscht werden „delokalisierte Sicherungskopie“. Oder im TV laufende Filme auf Video aufnehmen und immer wiederschauen ohne das Video zu kaufen, oder heute halt die DVD. In meiner Jugend nahm man aus dem Radio Musik per Kassette auf. Es ist kein neues Phänomen des Internets.

Im Zeiten des Internets wird aber alles genommen. Da liest man immer wieder von kopierten DIY-Anleitungen, Tauschbörsen von Musik und Filmen, kopierten Blogartikeln und zusammengeklaubten Büchern. Denn es betrifft ja nicht nur die Musik- und Filmindustrie, die Zeitungs- und Buchverlage, sondern auch den gemeinen Blogger, die Geschäftsfrau, die ihre selbstgenähten Artikel anbietet. All dies ist urheberrechtlich geschützt.

Copy&Paste, eine neue Moralvorstellung?
So einfach finde ich es nicht. Vielen scheint nicht klar zu sein, was urheberrechtlich geschützt ist und was nicht. Immer wieder tauchen Fragen auf: Was darf ich eigentlich einstellen? Was darf ich verwenden? Was regelt das Urheberrecht und wie setze ich es ggf. durch? Gar nicht so einfach. Und ehrlich von Leistungsrecht habe ich zum ersten Mal gehört und gelesen.

Das Internet bietet neue, vielfältige Möglichkeiten für jeden von uns. Doch kann unserer jetziges Rechtssystem all diesen Möglichkeiten gerecht werden? Oder brauchen wir neue veränderte Gesetze? Haben sich Moralvorstellungen geändert durch die neuen Möglichkeiten?
Ein Umbruch hat stattgefunden, die Möglichkeit selbst zum Produzenten, zum Künstler, zum Anbieter zu werden sind gestiegen. Es ist wesentlich einfacher seine Fasson unter das Publikum zu bringen und schnell sein „Produkt“ einer breiten Masse zu präsentieren. doch das birgt Gefahren und ist so nicht in unserem Rechtssystem erfasst.  Es sind nicht mehr alleinig die Buch- und Zeitungsverlage, die Musik- und Filmindustrie, die die Medienwelt bestimmen, sondern nun kann es jeder: der Schüler, die Hausfrau oder der Freak.

Und die Sendung wirft die Frage auf, ob die Konsumenten die Künstler noch wertschätzen bzw. sich diese noch wertgeschätzt fühlen?
Eine Frage, die in Betracht der Möglichkeiten heute eine wichtige ist, aber auch eine schwer zu beantwortende. Denn wer ist Künstler? Wer will sich wertgeschätzt fühlen? Wie soll diese Wertschätzung aussehen? Wertschätzung in Form von Geld damit verdienen oder Wertschätzung durch „likes“ und „comments“?

Anwaltsschreiben, Mahnungen und Klagen rollen auf viele zu. Meist auf Privatpersonen, auf Familien, auf die, die eigentlich kein Geld haben, sich auf legalem Wege vieles nicht leisten können.
Brauchen wir eine Legalisierung? Ein Anfang: Kunst-Flaterates – Film und Musik. Eine Pauschalabgabe, die den Download, die Nutzung legalisiert. Ein Anfang? Ist dieser gewollt?
Kommt das Geld eigentlich beim Künstler an oder maximiert es den Gewinn der Industrie?
Und jetzt die Änderungen der Gema, wie sie durch die Medien geschwappt ist. Immer häufiger ist zu lesen, dass durch die Gebührenerhöhungen viele Veranstaltungen ausfallen werden. Benfizveranstaltungen, Konzerte, Festivals, Finanzierungen von Vereinsfesten und Abibällen. Ist das richtig? Wollen wir das wirklich? Zeigt das nicht eine Richtung hin zu: Nur noch die Großen (Veranstalter und Unternehmen) dürfen etwas anbieten und die Konsumenten sollen ordentlich bezahlen (wobei sich das dann wieder nur die Besserverdienenden leisten können), Vereine, Verbände lassen wir außen vor, die interessieren uns nicht. Bringen nicht genug Geld ein. Muss es nicht bezahlbar bleiben? Auch für Geringverdienende? Otto-Normal-Verbraucher? Wollen auch Künstler dies wirklich?

Ein anderer Aspekt von Von Gehlen: Digitale Kopie ist kein Diebstahl, denn das Gut ist ja noch da und taucht nur an einer anderen Stelle als Kopie erneut auf.
Passt unsere Moralvorstellung noch mit den Zeiten des Internets zusammen? Brauchen wir nicht alle ein Umdenken? Industrie und Anbieter und Nutzer und Konsumenten?

Die Grabenkämpfe werden wohl erst einmal weitergehen. Ich bin gespannt wie es sich entwickeln wird.
Als Quelle beziehe ich mich auf die Sendung 5 vom Funkkolleg Medien.

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