Zeit ist ein knappes Gut

Zeit ist ein knappes Gut, dass kennen wir alle.
Doch was meint man damit eigentlich?
Ein Tag hat 24 Stunden, dass kann man nicht wegdiskutieren 😉
Auch wenn ich nicht die meiste Zeit schlafe, aber auch das muss ich natürlich, bleibt dennoch irgendwie nicht wirklich viel Zeit vom Tag. Aufstehen, Kinder fertig machen, zum Bus schicken und in den Kindergarten bringen, dann Haushalt – das nötigste, Studienmaterial sichten, wo war ich, was muss ich noch machen, lesen, markieren, zusammenfassen; Mittagessen – was soll es heute geben und wo ist der Morgen hin? Kinder abholen, zu Mittag essen, Hausaufgaben, Streitereien schlichten, Nachmittagsprogramm, endlich: der Mann kommt nach Haus: was steht heut noch an? Kinder vom Freund abholen? Kommunionunterricht? Einkaufen?  und und und. Abend essen, abendliches gemeinsames Fernsehen der Kindersendung auf dem Kika und den Diskussionen, wann wer ins Bett muss … endlich Zeit? Nein, leider nicht. Jetzt wieder das nötigste vom Haushalt, Bügeln und dann meist noch an den PC und Emails checken, Blogartikel lesen, #MMC13 verfolgen, Unterrichtsvorbereitungen, und und und …

Gerade jetzt in der Endphase des Semesters, kurz vor der Klausur, wird die Zeit immer knapper. Gefühlt auf jeden Fall. So gerne würde ich mehr:
Mehr Zeit für die Kinder
Mehr Zeit für die Lektüre des Studienmaterials
Mehr Zeit für den MMC13
Mehr Zeit fürs Bloggen
Mehr Zeit für Kreatives
Mehr Zeit zum Basteln
Mehr Zeit für den Haushalt

Doch ich muss mich entscheiden.
Gut, dass ich diese Möglichkeit habe und das ich mich entscheiden kann. Auch wenn mir manchmal die Entscheidung abgenommen wird, wie heute morgen als die Kleinste krank zuhause blieb. So war viel Zeit für sie und auch einige Zeit für den Haushalt, die ansonsten durch das Studium ausgefüllt worden wäre.

Immer wieder denke genau über diese Thematik nach.
Immer mal wieder beschäftigt sie mich. Gerade in Phasen vor der Klausur oder während der Bearbeitung einer Hausarbeit.
Immer dann, wenn etwas drängt.
Immer dann, wenn etwas fertig werden muss.

Also häufig hängt es einfach mit dem Studium zusammen, aber missen mag ich dies es nach wie vor nicht. Es ist einfach immer noch interessant und bringt eine neue Sichtweise oder neues Verständnis für so manche Dinge für mich hervor.

In diesem Semester beschäftige ich mich mit dem Soziologie Modul. Naja, eigentlich ja schon fast ein ganzes Jahr. Der erste Blogartikel dazu war am 6.04.12. Doch noch bin ich nicht sonderlich weit. Immer kommt etwas dazwischen. Dabei bietet die Soziologie einem das Rüstzeug die Vergangenheit und die Gegenwart zu verstehen, zumindest im Ansatz und auch die geschichtliche Entwicklung nachzuvollziehen. Warum wir genau da sind, wo wir sind und warum wir so ticken, wie wir ticken – salopp gesprochen.
So ist es interssant, dass Beck von Risikogesellschaft spricht, Schulze von der Erlebnisgesellschaft, Gross von der Multioptionsgesellschaft, Bourdieu spricht von unterschiedlichen Kapitalarten, Dahrendorf beschreibt die sich bildende Bürgergesellschaft, Coleman zeigt auf, dass wir nach Max Weber in einem „Gehäuse der Hörigkeit“ leben und Ritzer stellt die These der McDonaldisierung auf. Sennett resümiert, dass das Selbst überflüssig wird durch den flexiblen Kapitalismus und die Forschergruppe um Wilhelm Heitmeyer zeigt eine gesellschaftliche Desintegration auf.

Alles Böhmische Dörfer?
Ja, kann ich verstehen und ich bin weit davon entfernt alles darüber zu wissen. Die obige Aufzählung zeigt Gegenwartsdiagnosen und soziale Ungleichheit der Moderne auf. Es geht von der Industriegesellschaft über zur 1. und dann zur 2. Moderne laut Beck, oder auch zu anderen Gesellschaftsformen. So ordnet Peter Gross seine Multioptionsgesellschaft nach der Erlebnisgesellschaft von Schulze ein, die auf die Risikogesellschaft von Beck folgte. Die Aufzählung ist ein Studienbrief. Leider gibt es noch drei weitere.

Und warum bringt es etwas für mich selbst?
Och, dass ist einfach. Denn es ist schon interessant, was Soziologen herausfinden. Und vieles findet man heute noch an, wobei wir vermutlich schon wieder weiter sind. Im Zeitalter des Internets? Entwickelt das Social Web eine neue Gesellschaftsdimension?
Viele Optionen wie in der Multioptionsgesellschaft haben wir auch heute noch und doch haben wir sie evtl. schon längst überwunden, weil wir wissen, dass zwar alles als Möglich dargestellt wird, aber noch lange nicht alles möglich ist – aber haben auch alle Gesellschaftsmitglieder wirklich diesen „Weitblick“ zu erkennen, dass es Differenzen gibt, die nicht überwindbar sind, aber akzeptiert werden können?
Die McDonaldisierung ist mir schon während der Ausbildung zur Industriekauffrau untergekommen. Und es auch heute noch so, dass wir Effizienz, Berechenbarkeit und Planbarkeit bevorzugen, aber auch Neues ist willkommen. Doch muss es nicht immer immer höher, weiter und besser sein und Erlebnis ist nicht alles. Ein Wandel von Werten oder besser ein Rückbesinnen auf bestimmte Werte wie Familie, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und anderes kann man erkennen, oder doch nicht? Sind Werte heute anders oder gibt es keine mehr?

Jetzt geht es weiter mit der Einführung in die Soziologie, nach dem ja schon die Klassiker dran waren und die Gegenwartsdiagnosen. Macht das eigentlich Sinn jetzt erst die Einführung?
Ach, was interessiert es mich. So ist es vorgegeben vom Lehrgebiet und orientiert sich am Lesekurs. Vielleicht liest man dann jetzt bald hier was von Lebensstilen, Klassenkampf, Status, Milieu, soziale Ungleichheit, soziale Klassen, Ungleichheit von Bildungschancen, Mobilität, Entstrukturierung und und und.
Es folgt im vierten dann die sozialen Ungleichheit innerhalb Europas. Da muss ich aber erst mal schauen, ob ich den aktuellesten Studienbrief vor mir habe oder doch per ebook lese.

Denn bisher habe ich studiert mit dem Ebook_Reader, aber steige gerade wieder auf die guten alten Studienbriefe im Papierformat um. Es ist für mich irgendwie zwingender und trotz Markier- und Notizfunktion auf dem Ebookreader fehlen mir meine Kritzeleien und Anmerkungen am Rand.

Einen SoziologieBlog habe ich übrigens bei der Internetrecherche gefunden.

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8 Gedanken zu “Zeit ist ein knappes Gut

  1. Tschakka du schaffst das. Der Europabrief ist wirklich leicht zu lesen. Die Einführung ist nochmal anstrengend. Das Fiese fand ich das es in der Klausur nur 12 Fragen sind und da das Wichtigste für zu lernen… denn es kann wirklich alles dran kommen und wenn es nur der anomische Schatten ist.

    Das mit der Zeit kenne ich, so fehlt sie mir momentan immer für die HA, wobei ich mittlerweile ja fast fertig bin. Aber ich merke an der Arbeit, wie die Zeit fehlt. Besonders toll im Vergleich zu meiner 2a Arbeit finde ich sie nämlich nicht. Mag auch an den Vorgaben liegen, aber auch daran, das ich mich einfach schwre tue.

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    1. Bei 2 A fehlt mir auch die Zeit, deshalb habe ich mir fest vorgenommen für die nächstens HAs gründlicher und zeitlicher zu arbeiten. Aber ob es dann so kommt, ist natürlich fraglich. Ich werde auf jeden Fall zur Klausur fahren und wenn ich sie nicht bestehe, ist das ja auch kein Beinbruch. Bringt nur wieder alles durcheinander. Aber das bin ich schon gewohnt 😀

      Deine Kommentare landen übrigens immer im Spamordner. Weiß nicht woran es liegt, aber die angegebene Webseite ist auch nicht die aktuelle oder?

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  2. Ich merkte schon die Tage, dass sie wieder wohl im Spam landen. Wo du das mit der Adresse sagst, da gibt es wohl nen Unterschied zwischen .net (Blog) und .de wo Tristans nicht mehr aktuelle Seite ist. Aber ansich sind die beim selben gehostet.

    Naja bei 2a kannst du ja noch besser vorarbeiten, aber das hattest du doch schon geschrieben? Du meinst doch nu sicher 2b?? Aber das ist einfach, brauchst nicht alle SB lesen und viel zitieren quasi.

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  3. Ich kann dich gut verstehen, dabei habe ich bestimmt mehr Zeit zur Verfügung als du. Aber wie du schon sagst: Man muss sich entscheiden und wenn du nun in die Endphase des Semesters kommst, wirst du die Zeit (leider) mehr darauf verwenden müssen – soweit das eben geht. Wenn etwas ist, dann kommt immer alles zusammen. Das ist einfach Murphys Gesetz und das geht sooo vielen Menschen so.
    Letztendlich scheinst du ja alles unglaublich gut zu meistern und ich ziehe da wirklich meinen Hut vor dir. Du bringst das alles irgendwie zusammen und das es dann Momente gibt, an denen man sich wünscht, dass der Tag doch ein paar mehr Stunden hat, ist völlig logisch. Ausserdem ist ja aich alles relativ gut absehbar. Ich kenne mich da nicht aus, aber auch du wirst wohl Semesterferien haben, oder und das Studium als solches ist ja nun auch begrenzt 🙂

    Ich hab mich jetzt auch mehr auf den ersten Teil deines Beitrages bezogen, denn vom zweiten habe ich noch weniger Ahnung als von böhmischen Dörfern 😉

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    1. @FrauOlsen: Nee, Semesterferien an sich hab ich nicht. Schreib am 13.03. die Klausur, offiziell geht das Semester wieder am 1.04. los, die Studienbriefe gibt es aber ab dem 15.03. – so long. Aber man kann es sich selbst einteilen, was aber auch gleichzeitig das größte Problem ist. Ich bemühe mich und wenn es nicht klappt, dann eben erst im September.

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