Ein unfreiwilliger Gast

Neulich als wir bei meiner Ma den 60. Geburtstag feierten, waren wir logischerweise das Wochenende über bei meinen Eltern und nicht in heimischen Gefilden. Freitags direkt nach dem Mittag sind wir los und erst Sonntagabend zurückgekehrt. Das Wochenende war toll.

Doch dann der Schreck:
Wie immer musste ich noch eine Runde durch den Garten drehen. Schauen, ob noch alles an seinem Platz ist und ob einige Erdbeeren reif sind. Die sollen schließlich nicht verfaulen, sondern in unserem Magen landen 😉
Und was musste ich da entdecken: einen Igel. Er hatte sich unfreiwilligerweise im Vogelnetz der Erdbeeren verfangen.

Igel im Netz

 

Ganz ruhig saß er im Netz fest. Aber zu meiner Erleichterung atmete er gleichmäßig.
Schnell den Mann gerufen und natürlich die Kinder, denn wann bekommt man einen Igel schon mal so nah zu sehen. Und auch aus dem Grund: hier schaut mal, was wir da gemacht haben: Vogelnetze gehören auch nicht auf den Boden hängend! Erinnert mich im nächsten Jahr wieder daran, nicht dass wir andere Tiere gefährden, nur weil wir unsere Erdbeeren vor den Vögeln schützen wollen.

Igel Befreiung

 

Mit Geduld und einer Schere und unendlicher Ruhe hat der Mann dann den Igel aus seiner Gefangenschaft befreit. Stück für Stück, Masche für Masche, die sich ordentlich im Igelkleid verfangen hatten.

Dabei hat der Mann darauf geachtet, dass er den Igel nicht verletzt und gleichzeitig geschaut, ob er eine Verletzung sehen konnte. Dieses war vorerst nicht der Fall. Aber noch konnten wir nicht sicher sein. Als er dann endlich aus dem Netz befreit war, hat er sich ordnungsgemäß zusammengerollt und wir mussten warten, ob er sich nicht doch verletzt hatte.

Igel unterschlupf

 

In der Zwischenzeit haben wir ihm einen Unterschlupf gebaut aus einem Topf und viel Holzwolle, ob das so okay war – keinen Plan, aber wir wollten einfach auch etwas tun. Schließlich sind Igel nachtaktiv und es dauerte noch etwas bis es dunkel wurde und so ganz ohne Unterschlupf wollten wir ihn nicht lassen.

Igel Lecker

 

Noch etwas zu fressen geholt (Hundeleckerlis klein gemacht, denn wir wussten, dass Igel durchaus dieses mögen. Im schwiegerelterlichen Garten taucht in den Herbstmonaten auch immer ein Igel auf und frisst der Katze ihr Futter weg).
Und dann entrollte er sich vorsichtig. Ganz langsam. Die Erdbeere ließ er links liegen, aber nach vorsichtigem Schnuppern fraß er dann fast alles auf.

Igel er läuft wieder

 

Zum Schluss zeigte er uns, dass er putzmunter war. So keinerlei Verletzungen zu erkennen waren. Machte er sich auf zu einem ruhigen geschütztem Ort: Den Unterschlupf mochte er nicht, aber schlussendlich setzte er sich in eine Ecke unter den Pflanztisch und am späteren Abend war er dann auch nicht mehr zu sehen.

Hoffen wir, dass er schnell sich erholte von dem Schreck.
Lange war er wohl nicht darin. Die Nachbarn hatten nichts bemerkt, die momentan noch Einsicht in den Garten haben.

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Ein Gedanke zu “Ein unfreiwilliger Gast

  1. Och ist er süß, der kleine Knopfaugen-Igel! Das ist doch mal ein Abenteuer, von dem er noch seinen Enkelkindern erzählen kann. (Wie lange leben Igel? Haben die Enkelkinder? Wer weiß…)

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