Hausaufgaben – Schulzeit kann so anstrengend sein

Hausaufgaben

Das Foto ist nun schon etwas älter und die 1 kann der Sohnemann schon schreiben wie alle anderen Zahlen bis 10 ebenso. Vermutlich auch die etwas höheren, aber die werden dann ja nicht mehr extra geübt.
Und auch bei den Buchstaben geht es stetig voran. Jede Woche steht ein neuer Buchstabe auf ihrem Arbeitsplan. So kann er nun schon das L, das A, das E und das M. Na, da kann man ja schon einige Wörter zusammensetzen.

Ich bin wirklich zufrieden mit meinem kleinen großen Mann. Er geht sehr gerne zur Schule. Es macht ihm Spaß und es kommen keine Klagen. In seinen ersten Ferien fragte er nach der erste Woche dann: „Mama, morgen kann ich wieder zur Schule, oder?“ Nee, du hast noch eine Woche Ferien. Da sind man doch, dass er sich gut aufgehoben fühlt.

Nur die Hausaufgaben sind noch etwas schwierig. Gerade die motorischen Feinheiten wie Zahlen und Buchstaben nachschreiben oder malen, fallen ihm sehr schwer und das äußert sich dann auch beim Arbeitsverhalten. So werden die Hausaufgaben hier manchmal zum absoluten Krampf für Mutter und Kind. Zudem braucht er die Ruhe, um seine Aufgaben zu erledigen. Diese gewähren wir ihm ja gerne, nur mag er mich daneben sitzen haben, aber jeder andere im Zimmer stört. Das ist momentan ein kleines großes Problem, denn die Jüngste mit ihren drei Lenzen beschäftigt sich ja durchaus einige Zeit in ihrem Zimmer direkt nebenan alleine, aber eben nur einige Zeit. Spätestens nach einer halben Stunde kommt sich doch rüber und dann wird es mühsam.

Eigentlich soll Sohnemann in der ersten Klasse nur 30 Minuten konzentriert zu Hause arbeiten. Wir haben es ausprobiert und am nächsten Tag musste er den Zettel zu Ende machen und den neuen bearbeiten. Ergo = doppelte Arbeit. So machen wir lieber täglich etwas mehr und es wird auch schon besser. Jetzt wenn es in Mathematik nicht mehr „nur“ ums Zahlen schreiben geht, sondern ums Erfassen und Verstehen der Zahlenwerte und Kind verbinden und malen kann. Dann ist er ratzfatz mit Mathematik fertig und nur dieses lästige motorisch fordernde Buchstaben schreiben lernen steht noch auf dem Plan, was dann wiederum etwas länger dauert. Hingegen das Lesen super klappt. Er verbindet die Laute bereits und erkennt die Wörter ziemlich schnell und betont sie richtig. Ich bin echt erstaunt.

Toll findet er auch, dass er in Deutsch (Schreiben) immer schon einige Wörter schreiben darf. Zwar gibt die Schule vor nach dem Prinzip „So schreiben wie man es spricht“ zu unterrichten, doch ich halte wenig davon. Dieses wird ja momentan in der Presse ziemlich diskutiert. Und mal ehrlich: Soll ich das Kind erst eine falsche Schreibweise abspeichern lassen und es dann mühsam umzugewöhnen später? Nein ich halte nichts davon und merke, dass er einfache Regeln wie bei „Regel“ hinten ist ein „e“ vor dem „l“ wie bei Tafel und Esel ebenso, auch wenn sich für ihn im ersten Moment nicht so anhört. Ich merke auch, dass es ihn nicht sonderlich anstrengt im Gegenteil gibt es ihm Sicherheit. Als angehende Bildungswissenschaftlerin bin ich schon gespannt wohin uns die momentane Diskussion hinführt, jetzt wo klar ist, dass viele Schüler nach wie vor erhebliche Rechtschreibschwächen aufweisen.

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4 Gedanken zu “Hausaufgaben – Schulzeit kann so anstrengend sein

  1. Das hast du sehr interessant geschrieben.

    Ich finde die „Lesen durch Schreiben“ Methode vom Prinzip her toll, aber nicht in der Schule. In der Schule hat an gefälligst alles richtig zu lernen, so hart das klingt.
    Meine Tochter ist seit Sommer in der Schule. Sie hat sich im letzten Kindergartenjahr zur Tode gelangweilt, war völlig unterfordert – aber eine frühere Einschulung kam (obwohl Kann-Kind) nicht in Frage.
    Also vertrieb sie sich die Zeit mit rechnen, Zahlen zerlegen und hat sich so dann im Kindergarten (!) das Einmal Eins beigebracht.
    Eine Erzieherin gab ihr dann mal ein Schreibheft und einen Stift und sagte, dass sie einfach alle Wörter so schreiben soll, wie sie sie hört. Das Alphabet konnte sie in Lautsprache im Schlaf. Also fing mein Kind an zu schreiben. Und sie tat an diesem Tag nichts anderes mehr. Sie ist völlig aufgeblüht – zu Hause haben wir eine schöne Anlauttabelle ausgesucht, ausgedruckt, laminiert und die war von da an in der ersten Zeit ihr ständiger Begleiter. Sie schrieb Geschichten, Briefe, Einkaufszettel und und und. Das war im Januar. Das Prinzip des Lesens hatte sie vorher schon verstanden. Im April platzte dann schließlich der Knoten und seitdem werden Bücher verschlungen was das Zeug hält.
    Sie hat jetzt in der Schule mit der „falschen“ Rechtschreibung gar keine Probleme. Ich gebe ihr, wenn sie frei schreibt immer wieder Hinweise, dass sie die Wörter laut und überdeutlich aussprechen soll. Das hilft ganz gut, aber zum Glück lernen sie es „richtig“ in der Schule.
    Was ich eigentlich sagen will: so lange die Kinder noch nicht in die Schule gehen, bin ich der Meinung, dass sie es ruhig machen sollen, wie sie wollen, denn es gilt den Spaß aufrecht zu erhalten. Aber sobald sie eingeschult sind, müssen sie es anständig lernen – denn wenn nicht hier, wo denn dann?
    Das derzeit 4. Schuljahr an unserer Grundschule hat im ersten Jahr mit dieser Methode gelernt. Nach diesem „Versuchsjahr“ wurde die Mehtode allerdings sofort wieder abgeschafft. Sehr viele der Kinder haben bis heute gravierende Rechtschreibprobleme.

    Das war jetzt sehr lang. Tschuldigung, aber ich konnte mich nicht kürzer fassen 😉

    Grüßle!

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    1. @Nessa: Vielen Dank für deinen Kommentar. Unser Sohn ist im Kiga gar nicht „aufgefallen“, da er sehr ruhig und genügsam ist wurde er als „zurück“ eingestuft. Naja, mittlerweile wissen wir, dass es eher das Gegenteil ist. Aber durch seine Genügsamkeit ist er auch nicht besonders ehrgeizig (auf jeden Fall noch nicht), deshalb lässt er es ruhig angehen, aber auch in Mathe merkt man, dass er schon weiter sein könnte. Aber wir lassen das so, so lange er zufrieden ist mit der Situation.
      Traurig, dass bei euch keine frühzeitige Einschulung in Frage kommt, denn jetzt langweilt sie sich sicherlich in der Schule, oder?

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      1. Ja, das ist sicher so. Ich hatte versucht sie direkt ins zweite Schuljahr einzuschulen, wurde aber von der Schule abgelehnt, da sie (damals) ein extrem schüchternes Kind war. Im Februar sind hier Elternsprechtage, vielleicht wird da das Springen nochmal Thema. Aber derzeit wird sie noch mit Extraaufgaben von ihrer Lehrerin gefüttert. Sie ist nur immer traurig, dass sie so schnell mit den Hausaufgaben fertig ist 😀 Aber das ändert sich ja alle mit der Zeit 🙂
        Der Vorteil ist hier, dass in der Klasse nur 11 Kinder sind und die Lehrerin so wirklich mehr Zeit für alle hat, als wenn es über 20 wären. Sie selbst lebt in „ihrer Gruppe“ bzw. mit ihren Mädels total auf und das freut mich wirklich sehr. Wir gleichen das derzeit durch die Musikschule aus, was ihr große Freude macht.
        Und für den Fall, dass sie doch mehr machen möchte, habe ich ihr ein Heft von den „Mathe Stars“ besorgt. Die sind toll und da macht sie ab und zu zu Hause mal ein paar Seiten. Ich bin der Meinung, so lang sie es von sich aus machen und Spaß daran haben, sollen sie es tun.

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      2. Hört sich prima an.
        Was wäre ich froh, wenn hier die Hausaufgaben schnell gehen würden. Aber immerhin von 1,5 Stunden sind wir jetzt nur noch bei 45 Minuten mit Freude arbeiten. Das war auch schon mal mehr Krampf.
        Ich bin froh, dass ich momentan nicht noch extra Aufgaben suchen muss. Wir werden jetzt langsam anfangen gemeinsam zu lesen, weil er es will – nicht ich. (Muss man heute ja zwischendurch bei hypenden Eltern immer mal wieder erwähnen). So lange Kinder lernen wollen, sollte man sich auch nicht aufhalten. Auf keinen Fall. Es darf nur nicht zum Zwang werden und der Spaß muss immer im Vordergrund stehen. Gerade in der Freizeit.
        Ist das toll nur 11 Kinder in einer Klasse. Hier ist man froh, wenn es nur 24 sind…

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