[soul] Lesefutter – Letztendlich sind wir dem Universum egal

IMG_20150318_150342Lesen ist für mich nicht nur Lesefutter, sondern auch Entspannung und Seelenstreichelei. Schon immer habe ich Bücher verschlungen. Momentan sind es leider meist Fachbücher oder Studienbriefe. Die sind zwar auch spannend, aber doch keine Seelenstreichler und deshalb habe ich mir für 2015 vorgenommen mehr zu lesen. Im Januar ist mir das mit der Bücherdiebin ja schon gelungen. Der Februar stand ganz im Zeichen der zuschreibenden Klausur, aber dann hatte ich Zeit und Muse. Die Tochter hat mir dann David Levithan empfohlen. Sie war so begeistert, auch wenn sie das Buch noch gar nicht zu Ende gelesen hatte.

„Letztlich sind wir dem Universum egal“ – was für ein Titel. Ich will doch dem Universum nicht egal sein und doch weiß ich, dass ich als Einzelperson im Gros der Maße untergehen. Logisch. Aber gut, ich war neugierig, ob es sich eher um ein Jugendbuch handelt oder auch mich als quasi Erwachsene anspricht. Der Protagonist A ist sechszehn. Mmmh? Doch schon nach den ersten Seiten und der wunderbaren Aussage: „Früher oder später muss man mit der Tatsache Frieden schließen, dass man einfach existiert.“ war ich gefesselt. Eine wunderbare leichte Lektüre, die zum Nachdenken anregt, aber es einem nicht aufzwingt. A hat mich mitgenommen in die Gefühlswelt von sechszehnjährigen Mädchen, aber auch Jungen. Eines Kiffers oder einer völlig betrunkenen Sechzehnjährigen mit Filmriss mit dem Kontrastprogramm des Schwulen oder auch des sonntäglichen Kirchengängers. Viele Charaktere werden im Buch angerissen und doch keines ausführlich vertieft.

Wie das geht? Eigentlich ganz simpel: Die Hauptperson A ist weder männlich noch weiblich, schwul noch heterogen, religiös oder Atheist. A wacht jeden Morgen in einem anderen Körper auf. Immer in der näheren Umgebung. Und das schon von Geburt an. Jeden Tag hat A einen anderen Körper, muss mit einer anderen Vergangenheit zurecht kommen und mit neuen Eltern und Geschwistern. Levithan lädt den Leser dabei ein über das eigene Verhalten nachzudenken, über Vorurteile und zeigt auf, dass es wichtig ist genau hinzusehen, sich Gedanken zu machen und sich auch mal in die Haut des anderen zudenken. Und doch ist es nicht so aufdringlich wie ein Ratgeber, kein erhobener Zeigefinger. Eine einfache Geschichte über A, über die Liebe und die Schwierigkeit sich zu Verlieben, wenn man nicht so genau weiß, wer man morgen ist, wie man ist, in welcher Verfassung, mit welcher Überzeugung, was die Gesellschaft aus einem gemacht hat, welche Verpflichtungen man morgen hat.

Eine klare eindeutige Leseempfehlung von mir, aber auch von der Tochter. Letztendlich kann man es mit zehn lesen, aber auch noch mit fünfzig. Letztendlich sind wir zwar dem Universum egal, doch dem einzelnen Menschen eben doch nicht. Wir bedeuten unseren Mitmenschen mehr als wir so manches Mal vermuten.

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7 Gedanken zu “[soul] Lesefutter – Letztendlich sind wir dem Universum egal

  1. Das Buch liegt auch auf meinen SuB 🙂 Deine Post klingt echt gut, an liebsten würde ich das Buch gerne jetzt sofort Lesen 😮 Leider ist mein SuB noch zu Hoch :/ Also muss ich noch ein bisschen warten.

    Wünsche dir einen schönen Bloggerkommentier Tag (:

    xx Ria

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