Ochtrup international – eine Idee

Heute möchte ich euch etwas erzählen. Ganz ohne Bilder, denn Fotos wären etwas zu intim. Es geht um die aktuelle Flüchtlingssituation. Viele sind schockiert angesichts der immer größer werdenden Zahl an Flüchtlingen. Viele wollen helfen. Viele wollen sich engagieren. Aber was tun?

So einfach ist es gar nicht. Wir haben einen Schritt gewagt: „Ochtrup international“ – ein Angebot zum In-Kontakt-treten. Einmal im Monat. Ganz ungezwungen. Wir haben kräftig die Werbetrommel gerührt, haben Poahlbürger und Flüchtlinge, Asybewerber, Migranten und EU-Bürger eingeladen. Doch, naja wie das so ist. Nicht, dass unser Kreis nicht groß gewesen wäre. Interesse war da, aber leider blieben die Flüchtlinge aus.

Und doch hat es mich gar nicht so sehr gewundert.
Warum?
Wenn ich mir überlege in einem fremden Land zu sein. Strapaziert von einer langen und sehr ungewöhnlich harten Reise durch viele Länder hindurch. Ich würde die Sprache kaum oder gar nicht sprechen. Würde ich dann einfach so einer Einladung zum Gespräch folgen? Würde ich sie überhaupt verstehen? Nein vermutlich nicht. Zumindest nicht alleine. Einige wenige sind gekommen. Sie waren auch nicht allein, sondern sind mit ihren deutschen Freunden gekommen. Die erste Hürde war schon überwunden. Von anderen wusste ich, dass sie leider (also zumindest für uns leider) keine Zeit hatten, weil sie den Deutschkurs an der Abendschule in der Nachbarstadt besuchen.

Und doch war der Abend überhaupt kein Misserfolg, sondern ganz im Gegenteil. Es bot sich die Gelegenheit sich gegenseitig auszutauschen, über Ursachen für das Fehlen der Flüchtlinge zu philosophieren, über Ängste zusprechen und zu erfahren, was in unserem kleinen Städtchen schon alles auf die Beine gestellt wurde und/oder noch in Planung ist. Die große Zahl an Interessierten hat auch klar deutlich gemacht: Wir wollen helfen. Wir wollen etwas tun. Auf eigene Faust ist es etwas schwierig wie wir von der Sozialarbeiterin des Vereins Miteinander e. V. gehört haben. Nicht bei allen Flüchtlingen ist man direkt willkommen – warum? Das liegt auf der Hand: In deren Herkunftsländern herrschen häufig Regime, die die Menschen dort systematisch verfolgen. Diese Flüchtlinge sind schwer traumatisiert und durch einfaches Klingeln an der Wohnungstüre nehmen wir ihnen die gerade aufgebaute Sicherheit wieder. Deshalb ist es ratsam sich vorab zu informieren, was und wie Hilfe benötigt wird. Hier bei uns ist das am einfachsten über den Verein Miteinander e. V.

Der wiederaufgelebte Verein „Miteinander e. V.“ unseres Städtchens macht hervorragende Arbeit, auch wenn natürlich nicht alles von heute auf morgen reibungslos laufen kann. Auch das ist deutlich geworden. Und schon heute und morgen ist Rambazamba in Ochtrup: passend zur interkulturellen Woche stehen einige Veranstaltungen an wie das große Familienfest am Samstag.

Und beim nächsten Mal? Beim nächsten Mal bringt dann hoffentlich jeder von uns noch einen Gast mit und wir können weiter quatschen, tratschen, klönen und uns kennenlernen, erfahren wie man in den häufig fernen Ländern so wohnt zum Beispiel. Es braucht eben Zeit und Vertrauen.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Ochtrup international – eine Idee

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s