[Buch] Ich will doch bloß sterben, Papa

Es hat mich gefesselt. Es hat mich erschüttert. Es hat mich schockiert. Ein ganz tolles Buch über ein reizendes Mädchen und besonders starke Eltern, die zerrissen sind zwischen „ich muss mein Kind beschützen“ und purer Verzweiflung und Überforderung. Eine wahre Geschichte, die nichts beschönigt, sehr detailliert ist und mich sehr betroffen gemacht hat. Ein Buch über Schizophrenie.

Die vierjährige Janni war schon immer anders. Als Baby wollte sie nie schlafen, brauchte Dauerbeschäftigung. Mit 2 Jahren konnte sie lesen und mit 4 Jahren lag ihr IQ bei 146, aber nur weil der Test ihre Intelligenz nicht mehr messen konnte. Ein Genie. Würde sie später mal etwas Großes erreichen? Kann sie unsere Welt verändern? Was wird sie Bahnbrechendes herausfinden? Als Janni 4 war, glaubt ihr Vater daran. Doch es sollte ganz anders kommen. Die Fantasie von Janni ist großartig, doch ist sie nicht nur fantasievoll. Nein, ihre Fantasien sind für sie Realität und jeder, der das anzweifelt wie z. B. das Mittwoch, die eine der sieben Ratten nicht gerade auf ihrer Hand saß, löst in ihrer Verärgerung, Wut und vor allem Wutausbrüche aus. Das ging vom „Laden auseinander“ nehmen bis hin zum Schlagen der Eltern, des eignen Hundes Honey und ihrem Bruder. Als ihr kleiner Bruder geboren wurde, konnten die Eltern Janni und ihn keine Sekunde alleine lassen und nein, ich übertreibe nicht. Wehe Bodhi fing anzuweinen, denn dann rastete Janni aus und wollte ihn unbedingt schlagen.  Kaum etwas konnte sie aufhalten.

Die Eltern gingen mit ihr zur Kinderpsychologin, die aber leider völlig überfordert war. Dann zu einer anderen. Medikamente wurden verschrieben, nichts änderte sich. Sie kam zwischenzeitlich in die Psychatrie, aber auch hier konnte ihr nicht geholfen werden. Zuhause wurde es schlimmer. Eine andere Psychatrie, aber auch hier konnte ihr nicht wirklich geholfen werden. Die Schuld wurde bei den als inkosequent dargestellten Eltern gesucht. Aber alle Versuche durch Konsequenz und Wiederholung scheiterten. An einen Schulbesuch war kaum noch zudenken, aber diese Auszeit brauchten die Eltern eigentlich, um sich etwas zusammeln und Geld zu verdienen. Erst die Weigerung des Vaters Janni von der Schule abzuholen und das Einschalten der Polizei und anderer Stellen brachten die Unterbringung im UCLA. Endlich bekamen die Eltern und das überaus intelligente Kind, nun endlich nach 2 Jahren der Suche, Hilfe und eine Diagnose: Schizophrenie. Unheilbar. Halluzinationen sind bei Janni an der Tagesordnung. Endlich Medikamente, die zumindest etwas anschlagen, die die Halluzinationen in den Hintergrund drängen, wenn sie sie schon nicht ausschalten können.

Janni lebt und ihre Eltern leben auch noch genauso wie ihr Bruder. Sicher war das nicht immer. Gemeinsam haben sie kreative Lösungen gefunden. Das Buch zeigt uns deutlich, dass mit Mut, Überlebenswillen, Verzeihenkönnen und Hartnäckigkeit sich eine Besserung der Situation herstellen lässt,  auch wenn Janni nie geheilt wird, so schlimm es auch immer sei. Dies kann man auf so viele Situationen im Alltag beziehen.

Ich könnte stundenlang euch etwas erzählen, aber ich mache es kurz: ABSOLUTE LESEEMPFEHLUNG. Uneingeschränkt. Doch Vorsicht, es wird euch fesseln, erschüttern und fassungslos machen.

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