Der Geduldsfaden

Es gibt Situationen da reißt er einfach. Bäm. Explosion.

Kennt ihr das? Egal, ob im Job oder zuhause mit den Kindern. Ich bin ein sehr geduldiger Mensch. Muss ich auch sein mit drei Kindern und einem, welches sehr häufig meine ganze Aufmerksamkeit durch seine gedankliche Abwesenheit fordert. Endlos Diskussionen sind ja zu ertragen, aber dieses ständige „Das ist sooo gemein, dass ich jetzt Hausaufgaben machen muss.“ – „Ähm ja, stimmt. Muss du aber trotzdem.“ Ach menno, da würde man als Mutter ja gerne mal sagen: „Ok, lass es.“ Stattdessen diskutieren wir dann über Sinn und Unsinn von Hausaufgabe. Wer gibt sie auf, wer muss sie machen.
Im Normalfall kenne ich das zur Genüge und diskutiere auch gerne täglich. Aber manchmal war der Tag dann schon so voll gepackt und stressig, dass es dann auch bei mir mal reicht. „Hey, ich bin auch nur ein Mensch“ – mag ich da sagen. „Hey, mein Tag war auch lang. Und auch ich muss jetzt noch Hausarbeit machen. Da steht noch Bügelwäsche und das Abendessen will auch gemacht werden.“ Wenn es doch nur so einfach wäre. Ist es eben aber nicht!

Was tun in solchen Momenten? Denn sind wir ehrlich, es sind nicht die einzigen. Immer mal wieder kommt es vor, dass wir uns gemeinsam verrennen. Gereizt sind. Nicht geduldig wie sonst. Doch leider versteht das Kind das dann nur selten. Es kann es nicht verstehen. Ich weiß das, aber nicht immer kann ich intervenieren. Was mache ich dann? Manches Male werde ich lauter. Und prompt kommt die Konsequenz: das Kind weint, brüllt, versteht die Welt nicht mehr. Und ich weiß: Mist, du weißt selbst, dass es so nicht funktioniert. Denn weiter hat uns das dann nicht gebracht.

Besser ist: Kurze Auszeit für Mama. Kurze Auszeit fürs Kind. Ich verlasse dann kurz den Raum. Sammle mich und dann wird in Ruhe geredet. Situation beruhigen. Kind dort abholen, wo es gerade ist und mit ihm in Ruhe (!) und mit ruhiger Stimme die Situation analysieren. Was ist gerade passiert? Warum ist es passiert? Was können wir beide (!) anders machen? Wir setzen uns zumeist auf den Boden. Voreinander. Ich biete dem Kind meine Hand an und wenn es bereit ist, dann nimmt es meine und wir können reden.
Auch das ist anstrengend. Die Theorie kennen wir beide, aber auch wir müssen uns immer wieder daran erinnern. Ich versuche dann stets dem Kind es so zu erklären, dass es es verstehen kann.  – – – Zum Beispiel: Warum soll ich jetzt auf die Toilette gehen? – Es ist viel einfacher für dich jetzt zu gehen, auch wenn du gerade nicht ganz dringend musst. Doch wenn du nun Fernsehen schaust, dann merkst du nicht, ob du musst oder nicht. Gehe doch bitte vorher, so wird auch nichts nass.  – – – (Man muss dazu sagen, dass das Kind es tatsächlich nicht merkt. Dem Kind fehlt die Aufmerksamkeit. Es hat dort eine Störung, an der wir täglich arbeiten.)
Häufig wird dann gemeinsam überlegt, wo es geklappt hat und wo nicht. Helfen tut uns in vielen Situationen auch der Sternchenplan. Er erinnert und regt an Dinge zu tun, die so manches Male lästig sind. Auch für uns Erwachsenen.

Und wir geht ihr in solchen Situationen vor?
Habt ihr spezielle Rituale, um euer Kind in schwierigen Situationen zu begleiten?
Was macht ihr als Mütter oder Väter in solchen Situationen?

Im Job finde ich es da immer deutlich einfacher. Aber auch hier gilt: Wenn mich etwas aufregt, dann versuche ich erst einmal mich selbst zu sammeln und zu beruhigen. Wichtig ist dann aber auch die Situation zu klären, ruhig und möglichst sachlich (hört sich einfacher an als es ist. Auch das kenne ich zur Genüge).

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4 Gedanken zu “Der Geduldsfaden

  1. Uff schweres Thema und irgendwie immer aktuell…mir geht es wie dir…ich würde manchmal auch gerne einfach nachgeben oder etwas Verständnis für die eignenProbleme einfordern, aber so leicht ist es leider nie…

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  2. oh ja, da muss ich auch an mir arbeiten. klar, weiss ich, dass unser krümelbaby nicht absichtlich so rumspielt beim füttern. und klar muss sie es lernen und klar lernt sie es besser, wenn ich geduldig bin. aber irgdendwo zwischen dem 20. löffel am boden und dem stetigen wegdrehen, ist man eben auch nur mensch als mama. und kinder können verstehen, dass man als mama auch nicht unfehlbar ist und sich mal falsch verhält. bedeutet natürlich nicht, dass man such als mama an seinen fehlern arbeiten kann. aber es ist eben auch nicht das ende der welt, wenn wir es hin und wieder mal nicht schaffen. muss man sich auch mal selbst erlauben.

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  3. Pingback: „Und wie geht es Ihnen?“ – Wir in Sockenbergen!

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