[P52]#4 Gitter

Gitter

Es wirkt wie ein Gitter. Wie ein Vorhand. Diese dünnen Äste, die von einer Hängeweide stammen, wenn ich mich nicht irre. Dahinter liegt der Hafen von Carolinensiel. Der Morgen als das Foto entstand, war ein düsterer. Wie ein Vorhand hatte sich der Nebel über die Harle und das drumherumliegende Land gelegt. Alles wirkte trübe, traurig und doch hatte es so einen gewissen Charme. Einen Charme, den nur das Trübe und Traurige aussenden kann.

Trübe und traurig, so stellt sich auch meine Gefühlswelt dar.
Traurig über Menschen, die einem nahe stehen. Dem einen passiert ein solch hartes Schicksal, dass ich es kaum ertragen kann. Die anderen machen mich so fertig, dass ich es ebenso kaum ertragen kann. Von dem einen will ich mich nicht verabschieden. Er muss kämpfen. Wir werden ihm beistehen, so gut wir es nur können. Von den anderen werde ich eine Auszeit nehmen, es belastet mich zutiefst und ich brauche meine Kraft gerade wahrlich anders. Sie werden es nicht verstehen und wohl leider niemals einsehen, dass nicht nur ich die Fehler mache.

Doch genau wie an dem Tag in Carolinensiel, der mit Nebel und Trübsinnigkeit begann, so ist es auch im Leben. Auf Regen und Nebel folgt Sonnenschein, Freude und Hoffnung. Lasst uns die Hoffnung nicht verlieren. Alles hat ein Gutes. Ganz bestimmt und vielleicht schon bald, wird sich alles wenden. Die Krankheit wird besiegt, die Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt. Lasst uns froh und munter sein und uns unseres Lebens freuen. Jeder Tag ist dabei so kostbar.

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7 Gedanken zu “[P52]#4 Gitter

    1. Consuela

      btw. Carolinensiel ist ein schönes Fleckchen Erde, aber ich bin dort mit Herzschmerz verbunden. Meine Mamita wurde vor Wangerooge beigesetzt und das Schiff legt immer von Harlesiel ab.

      Fühl Dich gedrückt!

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      1. Oh, dass ist natprlich dann ein ganz besonderer Ort für dich. Ich hatte von den Seebestattungen ab Harlesiel gelesen und fand es eine schöne Art Abschied zunehmen. Tatsächlicherweise hat mich der Friedhof in Carolinensiel an dem Wochenende sehr lächelnd angesehen und gesagt: Komm herein und ruhe dich etwas aus. Schau dich um.
        Das habe ich gemacht.

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