Herausforderungen

Herausforderungen fordern uns und wir stecken gerade mitten in einer sehr fordernden. Eine Herausforderungen für uns alle, aber eben auch als Mutter. Daniela von Keep Cool Mama hat auf ihrem BLOG nach der größten Herausforderung, die man als Mutter bewältigt hat gefragt. Ich bin mitten drin, als Mutter und als Mensch. Betroffen als ich selbst und gleichzeitig will ich gerade jetzt als Mutter für meine Kinder da sein. Anstrengend. Aufreibend. und mit ungewissen Ausgang.

Mein Vater ist an Krebs erkrankt. Das alleine nimmt mich als seine Tochter schon sehr mit. Ich selbst muss erst einmal mit dieser Hiobsbotschaft fertig werden. Was muss jetzt gemacht werden? Wie geht es weiter? Wie sieht eine mögliche Behandlung aus? Und dann auch der Gedanke daran, dass es gar zu spät sein könnte. Werde ich meinen Papa eventuell schon bald gehen lassen müssen?
Gedanken, die einen selbst enorm fordern. Gedanken und Ängste, die mich plagen und umhertreiben, die ich selbst als Mensch zuerst realisieren, akzeptieren und dann verarbeiten muss. Gefühlschaos.

Doch ich bin auch Mutter von drei noch recht jungen Kindern. Kindern, die ihren Opa sehr mögen und eine tiefe Beziehung zu ihm haben. Als Mutter stand ich in dem Moment vor der Entscheidung wie, wann und was ich ihnen erzähle.  Und leider war in dem Moment der Papa der Kinder auf Geschäftsreise und ich alleine mit den dreien. Aber ist das nicht immer so?
Wir binden die Kinder so gut es geht mit ins Leben ein, in vielen Dingen, in die schönen Dinge, aber auch in solch schwierigen Situationen. Wir versuchen ihnen zu erklären, was gerade passiert oder passiert ist. Auf kindliche Art und Weise. Bisher hatten wir dies immer getan wie beim Schlaganfall meiner Mutter und beim plötzlichen Tod meines Onkels. Menschen, die alle noch nicht wirklich alt und gebrechlich vorher waren. Keiner älter als 62.Bei keinem konnte man sagen: „Er war alt, hat sein Leben gelebt und es war an der Zeit zu gehen.“ Eine Erklärung, die auch die Jüngsten schon verstehen.
Und auch jetzt sollen sie wissen was los ist. Sie spüren und merken so oder so, dass es Mama nicht gut geht und verstehen es besser, wenn sie wissen warum das ist. Warum sie häufig telefoniert mit dem Opa und der Tante und dem Onkel.

Nur wie erkläre ich den Kindern es? Eine nicht wirklich einfache Frage und es gibt auch bestimmt keine Patentlösung hier zu. Sie hatten auch schon vor der Diagnose mitbekommen, dass der Opa krank ist. Die Wochen vorher waren schon recht turbulent und wir hatten viel geredet und den Opa gefragt wie es ihm geht. Doch wie erkläre ich ihnen jetzt, dass der Opa Krebs hat?
Unsere Kinder sind jeweils drei Jahre auseinander und verstehen ganz unterschiedlich, so dass ich mich entschlossen habe, es jedem einzeln zu erzählen. Ich wollte passende Worte finden fürihr jeweiliges Alter und  Zeit haben, um ihre speziellen Fragen zu beantworten, aber gleichzeitig zu versuchen keinen zu überfordern. Das war ein Balanceakt, aber die Zwölfjährige hat halt ganz andere Frage als ihre kleine fünfjährige Schwester. Ich habe geschaut, wann ich wen mal alleine erwische und mich dann ruhig an den Küchentisch gesetzt mit dem Kind oder mich irgendwo gemütlich hineingekuschelt und dann haben wir geredet.

Einige Wochen sind seitdem vergangen. Gemeinsam haben wir den Opa zuerst noch im Krankenhaus und dann auch schon zuhause besucht. Die Kinder sehen die Geräte,  fragen nach und wir versuchen es, so gut es geht, zu erklären. Und nebenbei versuchen auch wir Erwachsenen mit alldem fertig zu werden, aber ehrlicherweise kommt man da als Mutter an seine Grenzen.

Es wird noch so einiges auf uns zukommen und der Ausgang ist ungewiss. Und ja, wir haben mit den Kindern auch über die Möglichkeit gesprochen, dass der Opa sterben könnte. Für uns glücklicherweise haben wir noch vor kurzer Zeit einen wirklich beeindruckenden niederländischen Film über ein leukämieerkranktes Mädchen gesehen, welches leider den Kampf verloren hat. Ich denke, dass auch der Film dazubeigetragen hat, dass allen einigermaßen bewusst ist, was die Krankheit Krebs bedeuten kann und das Gesundheit ein hohes Gut ist und nicht selbstverständlich.

Für mich persönlich ist es eine enorme Herausforderung gleichzeitig meine Ängste und Gedanken zu koordinieren und einzuschätzen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Kinder nicht aus den Augen zu verlieren. Mal brauche ich einfach Zeit für mich, mehr denn je, und doch will ich den Kindern den Halt und die Geborgenheit geben, die sie jetzt noch viel dringendner brauchen. So sind auch unsere Tage gestaltet. Der Alltag und das Drumherum müssen ja auch weitergehen. Lenken auch ab und geben Sicherheit für alle. Doch wir lassen uns auch Zeit und schalten teilweise einen oder zwei Gänge herunter. Lesen Bücher uns gegenseitig vor, verbringen Zeit miteinander und freuen uns auf jeden Besuch beim Opa, der leider einige viele Kilometer entfernt wohnt (was halt noch dazu kommt und die Oma will dann auch immer besucht werden, aber das steht noch auf einem anderen Blatt genau wie alle finaziellen Gedanken und Sorgen, die es gerade zu bewältigen gibt. Ausgelöst durch die Erkrankung meiner Eltern, die beide jetzt Unterstützung, auch finanziell, brauchen. Ade du Urlaubfür uns oder irgendwo tut sich noch etwas auf – wir werden sehen.)

Familienbande

Was war deine größe Herausforderung als Mutter oder als Frau, als Kind, als Mann? So schwierig Herausforderungen und Situationen auch sind,  sie sind auch wichtig und prägen uns. Wir müssen nur aufpassen, dass sie uns nicht zerfressen und als Mutter muss ich gerade dringlichst aufpassen, dass es die Kinder nicht zerreißt. Allen merkt man deutlich an, dass sie sehr betroffen sind. Dem einen mehr, dem anderen scheinbar weniger.

Auf einmal freut man sich schon fast über den Zickenterror und das Generve der Kinder. Man wird einfach etwas froher, dass alle da sind und mag sie einfach nur festhalten. Ganz nebenbei dann auch noch auf sich selbst aufzupassen ist enorm schwer.

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8 Gedanken zu “Herausforderungen

  1. Du weißt, mir kommt das alles sehr bekannt vor und ich bin irgendwie froh, dass ich es damals dem Minihelden nicht erklären musste, da er schlcht und einfach nicht da war. Und dennoch weiß er dass es da noch einen Opa gab und die Fragen kommen nun dennoch. Ich finde es stark, wie du da mit deinen Kindern herangehst. Es hilf ihnen sicher für die Zukunft das alles besser (und wenn auch nur unbewusst) zu verarbeiten.
    Ich merke für mich, dass ich es bis heute nicht verarbeitet habe. Ich habe aber auch zu wenig darüber gesprochen…

    So oder so. Es ist nicht einfach und ich wünsche Dir all die Kraft und Stärke, die du benötigst, um diese Zeit einigermaßen unbeschadet durchzustehen.
    Fühl Dich gedrückt.

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    1. Danke dir Sari. Ich wünsche dir, dass du den Verlust schon bald verarbeiten kannst. Und es ist toll, dass ihr dennoch dem Minihelden und bestimmt auch bald dem Heldenkind vom Opa erzählt habt. Auch wenn er nicht mehr da ist. Unsere Kinder zählen immer alle Uromas und -opas auf. Viele kannten sie gar nicht, aber eine Uromi lebt noch. Es ist einfach schön Familie zuhaben und sich auch mal darauf besinnen zu können, dass das Leben endlich ist, so schön es auch ist.

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  2. Pingback: Mütter und ihre größte Herausforderung - Blogparade - KeepCoolMama

  3. Pingback: 12 aus 2016 – Wir in Sockenbergen!

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