[Familie] Diese Sache mit WhatsApp

Ehrlich: Ich bin hin- und hergerissen WhatsApp vom Smartphone zu entfernen und einen anderen Messengerdienst zu benutzen. Aber warum?
WhatsApp gehört seit 2004 zur Facebookgruppe. Das ist nichts neues und ich habe mich damit arrangiert, schließlich habe ich selbst einen Facebookaccount und nutze es auch für den Blog. Doch hat WhatsApp seine Nutzungsbedingungen mal wieder geändert. Auch das ist nicht überraschend. Fortan wollen sie stärker die Daten mit Facebook austauschen, auch wenn sie weiterhin als eigener Dienst agieren will.

„Obwohl WhatsApp weiterhin als eigener Dienst getrennt von Facebook operiert, haben wir vor, einige Informationen, die es uns erlauben, besser zu koordinieren und die Erfahrungen über unsere Diensten und Facebook und der Facebook-Unternehmensgruppe hinweg besser zu machen, mit Facebook und der Facebook-Unternehmensfamilie zu teilen.“

Quelle: WhatsApp

Ja und warum regst du dich nun so auf?

Unsere Daten werden täglich von Google genutzt. Bewegungsprofile erstellt, Werbung gezielt geschaltet mit den Wissen aus der genutzten Suchmaschine und überhaupt. Richtig. Die Änderung der Nutzungsbedingungen soll ja auch Vorteile für uns: Durch die Vernetzung mit Facebook angepasstere Werbung dort für uns. Wenn man das weiß, kann man dies selbst gut einschätzen und einordnen. Außerdem prüft WhatsApp die Möglichkeit der Kommunikation mit Unternehmen, so dass wir fortan vielleicht per Kurznachricht über Bestellvorgang, Zahlungseingang und Paketversendung informiert werden können. Könnte ja ganz praktisch sein. Geben wir nicht sowieso eine Kontaktadresse an, wenn wir mit Unternehmen kommunizieren? Spamnachrichten sollen dabei übrigens nicht entstehen – ich bin gespannt. (Quelle: WhatsApp)

Also doch nur Vorteile?

Nein. Das was mir Sorgen macht, ist folgender Passus:

„Adressbuch. Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.“

Quelle: WhatsApp

WhatsApp verlangt von uns, dass wir ihm unsere Kontaktdaten zur Verfügung stellen und gleichzeitig sollen wir bestätigen, dass wir autorisiert sind diese Daten weitergeben zu dürfen. Im Klartext heißt das: wir haben von all unseren Kontakten im Adressbuch die Erlaubnis ihre Daten an WhatsApp weiterzugeben. Hast du das? Und das betrifft dann nicht nur Kontakte, die ebenfalls WhatsApp nutzen und den Nutzungsbedingungen zugestimmt haben, sondern eben auch die Kontakte, die eventuell sehr bewusst kein WhatsApp nutzen, Kontakte von Kindern und Kontakte, die aus irgendwelchen Gründen nicht öffentlich bekannt werden dürfen. Wir regen uns auf, wenn

Löschen oder weiternutzen?

Eigentlich sofort löschen und einen anderen Messengerdienst suchen! Sofort. Doch so einfach ist es leider nicht, denn wer hat welchen Dienst und die Kommunikation wird wieder erschwert. Zwar klappte das früher auch, aber man hat sich auch einfach an diese schnelle, unkomplizierte Kommunikation gewöhnt. Wir nutzen es weiter. Momentan noch, denn zuerst müssen viele andere auch überzeugt werden einen anderen Dienst zu nutzen. Es ist so unglaublich praktisch. Aber wir müssen uns einfach Gedanken machen, ob wir diesem Datenabgriff immer weiterzustimmen oder uns wehren und andere Dienste nutzen. Wer will schon, dass seine Telefonnummer mit Name und Nutzungsverhalten in der Tageszeitung steht oder an der Pinnwand in der Schule?

Und vor allem: Was ist mit unseren Kindern?

Nutzen dürfen sie den Dienst offiziell erst ab 13 Jahren, was nicht nur in den Nutzungsbedinungen von WhatsApp selbst steht, sondern auch von Experten empfohlen wird. Viele Kinder sind vorher einfach noch nicht in der Lage die Nutzungsreichweite und die Möglichkeiten – negativ wie positiv – von Messengerdiensten einzuschätzen und kognitiv händeln zu können. Doch sind wir ehrlich: Viele Kinder nutzen viel früher den Dienst und wenn ich mir das Adressbuch der zwölfjährigen Tochter anschaue, dann lohnt sich so ein Datenabgriff auch. Irrsinnig viele Nummern sind dort mit meist den Klarnamen gespeichert. Dazu dann noch die bei WhatsApp selbst gespeicherten Nutzungsdaten und deren Nutzungsverhalten und schon können wunderbare Profile erstellt werden. Wie oft, wie lange und mit wem wird kommuniziert. Wenn dann noch die Kommunikation mit Unternehmen irgendwann hinzukommen, dann lässt sich doch so richtig Profit mit den Daten betreiben. Zumindest kann ich mir das gut vorstellen? Aber ist das uns und vor allem auch den Kindern bewusst? Wenn schon eine Nutzung infrage kommt, dann sprecht mit ihnen darüber und informiert sie, welche Daten abgegriffen werden und was damit gemacht wird.

Einzig positiv ist weiterhin, dass WhatsApp mittlerweile eine End-to-End- Verschlüsselung nutzt und die Inhalte der Nachrichten nicht vom Konzern ausgelesen werden. So zumindest verspricht es WhatsApp selbst auf ihrer Webseite.

Und nun ihr.

Wie seht ihr das? Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht? Nutzt ihr überhaupt WhatsApp oder gar einen anderen Messengerdienst? Könnt ihr einen empfehlen?
Wir werden das nun familienintern diskutieren und dann entscheiden, ob es einen anderer wird oder wir erst einmal zwei gleichzeitig nutzen.

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2 Gedanken zu “[Familie] Diese Sache mit WhatsApp

  1. Ich kann deine Gedanken zu gut nachvollziehen und weiß auch nicht, was machen soll.
    Leider gibt es bei WhatsApp auch sämtliche Gruppen (Schule, Fußballverein meines Sohnes, etc.).
    Auf die eine oder andere Gruppe möchte man eigentlich nicht verzichten.
    Ich bin selbst zur Zeit überfragt.
    Inzwischen bin ich neben WhatsApp bei zwei anderen Messengern, da nicht mehr alle bei WhatsApp sind, aber trotzdem würde man nie alle erreichen … oder ich greife wieder auf die gute alte SMS zurück.

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  2. Urgs….wenn es ganz einfach machbar wäre, dann würde ich Whatsapp über Jordan schicken. Aber es laufen so viele wichtige Dinge über diesen Kanal: Die Fußballgruppe, Freunde, Verwandte, Organisatorisches….bis das alles auf einen neuen Messenger umgestellt ist, wäre viel Zeit ins Land gegangen und irgendwelche Bedingungen hätten sich auch schon wieder geändert….

    Es ist einfach schwierig

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