Spart ihr mit euren Kinder noch oder kurbelt ihr die Wirtschaft an?

Heute ist Weltspartag. Die Bank haben Minuszinsen.  Für das Sparen der Kinder gibt es kaum noch Zinsen. Warum sollte ich dennoch meinen Kinder zeigen, dass sparen wichtig ist und sie lehren wie man mit Geld umgehen sollte?

Es gibt gute Gründe sparen zu lernen, denn Geld ist eine endliche Ressource. Ohne eigenes Handeln hat kaum jemand genügend Geld zum Leben. Als Erwachsener gehen wir arbeiten, den Kindern geben wir Taschengeld ohne Gegenleistung sowie viele von uns dies früher von ihren Eltern bekamen. Ohne Gegenleistung Geld – kann das gut sein? Ja! Denn als Kind kann ich so den verantwortungsvollen Umgang mit Geld erlernen. Dabei ist das richtige Maß der geldlichen Zuwendung genauso wichtig wie die konsequente Handlungsweise von uns Erwachsenen.

Manchmal fällt mir das total schwer. Ehrlich. Hier bekommen alle Kinder gemäß ihrem Alter Taschengeld. Die Sechsjährige bekommt 1 € pro Woche und der Neunjährige 2 € pro Woche. Jeden Montag ist Zahltag und damit ich das nicht vergesse, habe ich mir einen Termin in den Kalender des Smartphones gesetzt. Und nicht nur ich vergesse es oft, sondern die beiden auch. Aber wehe es fällt Ihnen ein, dann gibt es Rabatz und ich zücken lieber schnell die Geldbörse.

Die Zwölfjährige bekommt 15 € im Monat. Immer Anfang des Monats. Noch bekommt sie es bar, aber wir überlegen es bald direkt aufs Girokonto zu überweisen. Sie kann dadurch lernen wie sie mit Karte und Bargeld umgehen kann. Unsere Erfahrung ist, dass man bei reinen Kartenzahlungen schnell mehr Geld ausgibt als wenn wir in bar zahlen. Denn wenn das Geld dann alle ist, kann ich eben nicht mehr kaufen. Und ich zumindest kaufe auch bewusster ein und überlege zweimal, ob ich das Teil vor mir benötige oder nur aus einer einer Laune heraus kaufen will.

Uns ist dieses bewusste Handeln und das bewusste Einkaufen sehr wichtig, aber die Kinder sollen dennoch selbstständig über ihr Geld entscheiden können. Wenn ich als Elternteil mich ständig einmischen und dem Kind meine Meinung aufzwinge, lernt es herzlich wenig. Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen. Besonders beim Thema Geld. Und wir können unsere Kinder kaum vor jeder Dummheit bewahren. Deshalb auch schon in sehr jungen Jahren und mit geringen Mittel anfangen – schließlich will ich meine Kinder nicht in die nächstbeste Schuldenfalle tappen lassen. 

Was mir dann manchmal schwerfällt? Da steht die Tochter vor einem tollen Buch, hat aber die erforderlichen 9,95 € nicht mehr im Portemonnaie. Lesen ist wichtig und unterstützendwert. Doch wenn ich ihr nun das Buch kaufe oder die fehlenden 2 € dazugeben, dann lernt sie nicht mit ihrem Geld hauszuhalten und genauso wenig, dass man nicht alles zu jeder Zeit haben kann. Das ist wohl für uns Eltern eine echte Herausforderung, denn wer kann schon den süßen Rehaugen einer Sechsjährigen oder auch einer Zwölfjährigen eine Bitte mir nichts dir nichts abschlagen. Vor allem wenn es auch noch etwas so Sinnvolles ist? Doch es muss sein. Nicht immer, aber meistens. Denn Ausnahmen bestätigen schließlich die Riegel *lach* Im Normalfall müssen die Kinder auf ihr Geld selbst achten. Wir machen ihnen immer wieder bewusst, dass sie auf etwas „Größeres“ sparen müssen und nicht ständig von uns etwas bekommen. Und wer im Haushalt hilft oder im Garten, der kann sich auch schon mal einen Euro dazu verdienen. Denn Geld fällt nicht vom Himmel und wächst auch nicht an Bäumen oder auf dem Feld, sondern man muss eine Gegenleistung dafür erbringen. Schließlich bekomme ich auch wiederum eine Gegenleistung für das Geld, auch wenn es „nur“ der Schokoriegel ist oder doch ein neues Skateboard.

Wie seht ihr das? Bekommen eure Kinder Taschengeld? Dürfen sie selbstständig darüber entscheiden oder stellt ihr Regeln auf?

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9 Gedanken zu “Spart ihr mit euren Kinder noch oder kurbelt ihr die Wirtschaft an?

  1. Hey, meine Mädels sind erst 5 und 3, aber so langsam mache ich mir auch Gedanken um das Thema Taschengeld. Ich weiß nicht mehr genau wie es am Anfang bei mir und meiner Schwester war zu D-Mark Zeiten? In der Grundschule vielleicht 5 Mark in der Woche? Und dann später 30 Mark im Monat?

    Später im Teenageralter weiß ich es aber noch genau, da wurde für uns von unseren Eltern nämlich ein „Taschengeld-Gehalt“ eingeführt. Das war ein relativ hoher Betrag, aber wir mussten davon auch all unsere Belange selbst bezahlen inkl. Klamotten, Schulsachen, Schulbücher, Schulausflüge, Kosmetik, Geschenke für Freunde etc.

    Es waren in D-Mark 300,- und später € 150,- im Monat. Und ich befürchte es wurde nicht ganz konsequent gehandhabt und dass wir dann doch hier und da noch etwas bezahlt bekamen. Ich glaube ich fand es damals nicht so gut, weil die meisten Freunde ein Taschengeld für ihr reines Vergnügen bekamen und Klamotten nicht selbst bezahlen mussten, da kommt ja schnell mal was zusammen, für Schuhe und Kleidung.

    Ich muss mir zu dem Thema auf jeden Fall noch ein paar Informationen holen, aber eine EC-Karte finde ich schon früher sinnvoll, wie du sagst, dann wird das Geld regelmäßig überwiesen und nicht vergessen. Außerdem ist es so sicherer vor Verlust und Diebstahl. Ich würde nicht wollen, dass mein Kind mit seinem kompletten Taschengeld im Geldbeutel herum läuft. Lieber kleiner Beträge abheben, dann ist der Verlust nicht so groß, wenn man mal den Geldbeutel verliert oder etwas geklaut wird.

    Liebe Grüße
    Ella

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    1. Bei mir war es ähnlich im Teenageralter. Allerdings wollte ich das selbst. Ab 15 Jahren habe ich monatlich Geld bekommen. 160 DM und habe Schulsachen, Klamotten, Schuhe und Freizeitvergnügen selbst bezahlt. Nur die Schulsachen am Anfang des Schuljahres haben meine Eltern bezahlt. Ausnahmen gab es sehr sehr selten.

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      1. Ja genau, Schulsachen am Anfang des Jahres wurden bezahlt. Es war viel Geld aber auch viel Verantwortung. Und ich kannte eigentlich niemanden bei dem es so gehandhabt wurde (im Freundeskreis).

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  2. Stephie

    Hallo, unsere Tochter ist 14 und hat zum 13. Geburtstag erst ein Taschengeldkonto bekommen. Jeweils zum Monatsbeginn gehen dort 20€ drauf. Am Ende des Monats wandert der Betrag, der 50€ übersteigt, direkt auf ihr Sparkonto. Es sind also nie mehr als 70€ auf dem Konto.
    Das Geld hat sie zur freien Verfügung und oft genug bleibt es unberührt! Zum einen, weil sie einmal in der Woche zum Babysitten geht und das Geld dann direkt in ihr Portemonnaie wandert – zum anderen, weil sie oft genug einfach zu faul ist, zur Sparkasse zu radeln… Tja, auch in Ordnung!

    Das Taschengeld wird eigentlich fast nur mitgenommen, wenn wir nach MS zum Kieferorthopäden fahren. Dann steht immer auch ein Stadtbummel an …

    Liebe Grüße, Stephie

    Gefällt 2 Personen

      1. Stephie

        Ja, ’ne! Die Möglichkeit hat uns die Sparkasse vorgeschlagen! Am letzten Werktag des Monats wird der Betrag, der 50€ übersteigt, direkt auf’s Sparkonto gebucht. Das Geld ist ja nicht weg, sondern nur umgebucht! Klappt bei uns prima!

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  3. Bei uns bekommt der Zehnjährige acht Euro im Monat und der Achtjährige vier. Das meiste davon sparen sie. Manchmal kaufen sie Zeug. Sie müssen die meisten Ausgaben trotzdem mit mir absprechen, einfach weil ich mit ihnen über den Wert und das Verhältnis von Dingen und Geld reden möchte. Manchmal haben sie auch Wünsche, die ich nicht nebenbei bezahlen will. Dann dürfen sie an ihr Gespartes gehen. Aber das auch nur in sinnvollen Abständen. Manchmal (eher selten) gebe ich auch was dazu, wenn ich sehe, dass der Herzenswunsch sehr groß ist. Eigentlich mache ich das alles irgendwie aus dem Bauch raus 🙂
    Liebste Grüße zu euch!

    Gefällt 1 Person

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