Ein kleines Mädchen und ihr Grill – die Taschengeldfrage

Beim letzten Baumarktbesuch war das kleine Mädchen mit. Eigentlich nichts besonders, denn sie geht gerne mit uns in den Baumarkt. Meist gibt es noch ein Blümchen für ihren Garten, doch dieses Mal wollte sie keine Blume. Viel mehr hatte sie sich anderweitig verliebt.

Grill zusammenbauen

Beim Durchschlendern durch den Baumarkt und der Aussicht auf eine neue Clematis für unsere Sitzecke und Pflanzenstützen für Pfingstrosen und Astern, kamen wir auch an der Abteilung für den Sommer vorbei. Sitzecken, Sonnenschirme, Auflagen und Grills standen dort zum Verkaufen. Da kann der Mann unmöglich weitergehen ohne einen kurzen Blick auf die neuesten Angebote und Entwicklungen zuschauen. Die Kleine war nicht etwa gelangweilt. Nein im Gegenteil hoch interessiert fachsimpelte die 6 Jährige über Holzkohle und Gas. Außerdem hielt betrachtete sie jeden Grill genauestens und dann: „Papa, diesen hier will ich haben. Dann kann ich selber grillen.“ 

Selbst ist das Mädchen

Ein eigener Grill? Der Papa war wenig begeistert von der Idee. Ob er seine Fälle als Familiengrillmeister davon schwimmen sah? Zumindest sagte er nein. Was wiederum der Tochter nicht gefiel. Wir gingen weiter und legten dies und das in unseren Einkaufswagen. Doch um zur Kasse zu gelangen, mussten wir erneut an den Grill vor bei. Sie nutzte ihre Chance und hat nochmal geschaut und ein Modell für 9,99 € entdeckt. „Mama, schau mal. Der Grill ist super für mich und auch gar nicht so teuer.“ Schlaues Kind *lach* Aber auch ich war nicht gerade begeistert und hielt die Idee für eine typische Schnapsidee. Ich sagte, dass Papa auch gerne einen neuen Grill hätte, dafür aber noch etwas sparen müsste und erklärte ihr auch, dass wir ja einen funktionierenden Grill hätten und auf den kleinen Grill nicht genug Platz für ein Familiengrillen wäre. Erst einmal hatte sie es so akzeptiert. Wir fuhren nach Hause.

Mein erster Grill

Im Auto überlegten wir, dass wir am nächsten Tag vielleicht grillen könnten und überlegten, ob wir mal wieder Fisch dafür holen könnten.
Die Kleine: „Papa, nur wenn ich meinen eigenen Grill haben darf. Und Fisch kommt da nicht drauf!“
Papa: „Warum brauchst du einen eigenen Grill? Wir  haben doch schon einen.“
Die Kleine: „Damit ich endlich alleine grillen darf. Ist doch klar.“
Ähm ja.
Zuhause hat sie direkt ihr Taschengeld herausgekramt und gezählt. „Papa, ich habe 14,63 €. Das reicht für den Grill. Kann ich mir den jetzt kaufen?“
Papa: „Heute ist keine Zeit mehr. Lass uns morgen noch mal reden.“

Angrillen

Der Papa hat gehofft, dass das Kind von seinem Gedanken abwandert und am nächsten Tag „vernünftig“ werden würde. Vorher hatten wir gemeinsam aber schon besprochen, dass das Kind mit seinem Taschengeld machen kann was sie will und wenn es ein Grill sein soll, dann ist es eben ein Grill.
Morgens kam dann die Frage: „Wer kommt mit einkaufen? Und was wollt ihr für Grillfleisch haben?“
Die Kleine: „Ich komme nur mit, wenn ich mir den Grill kaufen darf.“
Da war er wieder der kleine Sturkopf, der genau weiß was er will. Ich bin stolz auf diesen Sturkopf und deshalb willigten wir ein. Ein paar Regeln wurden aufgestellt wie niemals alleine grillen und dass immer ein Erwachsener dabei sein muss. Und schon war das Kind glücklich. Nahm von ihren Geschwistern und mir die „Bestellungen“ fürs Grillen auf und fuhr mit dem Papa zum Baumarkt und Fleischer. Sie kauft ihren Grill und bestellte das Grillfleisch.

Alleine Grillen

Am Nachmittag baute sie ihren Grill alleine auf mit ein wenig Unterstützung unsererseits und abends lagen auf ihrem Grill dann ihr und mein Grillgut. „Mama, ich grille für dich mit. Die anderen können dann vom großen Grill essen.“
Das Kind ist glücklich und hat einen kleinen Traum sich erfüllen können. Ich bin schon gespannt wie die nächsten Grillabende verlaufen werden. Übernimmt sie den Part des Grillmeisters demnächst bei uns und wird es auch mal Fisch oder Gemüse vom Grill geben?

Wie macht ihr das?
Dürfen eure Kinder ihr Taschengeld eigenbestimmt ausgeben oder reglementiert ihr das?
Und dürfen eure Kinder auch mal das Grillgut wenden oder ist euch das zu gefährlich?
Ich bin ja immer etwas skeptisch, aber letztlich finde ich es gut, wenn sich die Kinder immer wieder an neue Dinge herantrauen. Es gibt aber zwei wichtige Regeln bei uns: zum einen sollen sie vorher fragen und zum anderen dürfen sie solche Dinge für wie Grillgut wenden nur unter Aufsicht von einem Elternteil. Das klappt meist ganz wunderbar und so können sie neue Erfahrungen machen und ihren Erfahrungsschatz ausbauen.

Beim Taschengeld ist es so, dass wir versuchen ihnen beizubringen, dass Geld nicht einfach vom Himmel fällt und man schon einiges im Haushalt mithelfen muss. Man dann aber auch sein Geld ziemlich frei ausgeben kann wie und wo und wofür man möchte. Kleine Entscheidungshilfen und Gedankenanstößen von uns inklusive. Wie die Nachfrage, on zum Beispiel der Grill nun wirklich sein muss und nicht der eine ausreichend und sie dem Papa beim Grillen kann wie sie es auch schon im Vorfeld getan hat. Manchmal wird dann die Entscheidung nochmal überdacht und revidiert oder sie festigt sich. Zumindest sin die Entscheidungen wohlüberlegt, egal ob ich das als Elternteil sinnvoll oder unsinnig finde.

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Ein Gedanke zu “Ein kleines Mädchen und ihr Grill – die Taschengeldfrage

  1. Ein großartiger Wunsch Deiner Tochter – auf jeden Fall außergewöhnlich! 🙂 Und wie man sieht wird der Grill auch schon gut genutzt. Wir handhaben die Taschengeldfrage im Prinzip wie Ihr: Die Kinder dürfen darüber frei verfügen, in manchen Fällen hinterfragen wir aber. Wenn der Wunsch aber so groß ist wie der Deiner Tochter nach ihrem Grill, dann ist es doch toll, wenn sie ihn sich dem eigenen Taschengeld erfüllen können. Die allerbeste Verwendung!

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