Unser Kind hat eine Aufmerksamkeitsstörung – Teil bis zum Kindergarten

Es ist gar nicht so leicht darüber zu sprechen. Das Thema ist so wahnsinnig komplex und negativ besetzt, dass es schwierig ist die richtigen Worte zu finden ohne als Rabeneltern oder als überforderte oder nach Geltung suchende Eltern wahrgenommen zu werden. Wir lieben unser Kind so wie es ist. Es ist toll. Perfekt auf seine Art. Und wenn ihr ihn das erste Mal seht, dann nehmt ihr diese ominöse Aufmerksamkeitsstörung auch gar nicht wahr.  Weiterlesen „Unser Kind hat eine Aufmerksamkeitsstörung – Teil bis zum Kindergarten“

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Ein Rucksack, eine Erinnerung und ein Versprechen

Alles hat seine Zeit und im traurigsten Moment kommt da doch ein Sonnenstrahl hervor. Wenig tröstlich im konkreten Augenblick der Trauer, aber mache ruhig die Augen auf und vertraue darauf, dass es gut wird.

Vor einem Jahr ist mein Vater verstorben. Ein einschneidendes Ereignis voll Trauer und Traurigkeit. Alles war ungewohnt. Vieles zu organisieren. Kaum blieb Zeit durchzuatmen. Am Tag der Beerdigung war auch meine Lieblingscousine gekommen. Sie hatte sich extra den weiten Weg von der schweizerischen Grenze bis zu uns ins Münsterland aufgemacht, um uns bei zustehen. Welche eine tolle Geste.  Weiterlesen „Ein Rucksack, eine Erinnerung und ein Versprechen“

Drei Kinder – nicht immer einfach, aber einfach schön

Ein Vater. Eine Mutter. Drei Kinder.
Ein Mann. Eine Frau. Zwei Mädchen. Ein Junge.
Aber auf jeden Fall: eine Familie!

Doch ehrlich: einfach ist das nicht immer. Es sind halt auch 5 ganz unterschiedliche Menschen, mit einigen Gemeinsamkeiten. Gerade jetzt in diesen für uns sehr turbulenten Zeiten, fällt es mir immer wieder auf. Als Eltern sind wir verantwortlich für diese drei wunderbaren Wesen, denen wir dieses Leben geschenkt haben. Dieses eine Leben. Sie fordern uns jeden Tag aufs Neue heraus.

Mit der Großen haben wir schon so oft mitgelitten als sich Selbstzweifel ankündigten, das Selbstbewusstsein kaum noch vorhanden war. Was tun? Das ist so schwer als Mutter oder Vater. Was tun? Wie kann ich meinem Kind helfen wieder zu mehr Selbstbewusstsein zukommen? Es galt sie zu stärken. Ihr zu zeigen, dass sie so viele verborgene Talente hat – auch wenn es keine sportlichen Aktivitäten sind. Wenn stört das? Müssen alle Menschen wie wild Sport machen – nein mein Kind, dass musst du nicht. Du kannst singen, du kannst schauspielern, du kannst so wunderbar nähen und bist unheimlich kreativ. Mache etwas daraus! Mittlerweile spielt sie in ihrer zweiten Saison bei den Freilichtspielen Bad Bentheim, hat ihren ganz eigenen Kleidungsstil gefunden und meistert die Tücken der Pubertät mal mehr und mal weniger gut. Aber das ist eine Herausforderung für uns alle und dieses nicht Fisch nicht Fleisch sein ist eine Zeit des Lernens fürs Kind, aber auch für uns Eltern. Und etwas Sport ist in dein Leben auch getreten: deine entdeckte Liebe zum BvB. Schwarzgelb ist eben nie verkehrt!

Der Herr, der Sonnenschein. Ein so besonderes Kind. So viel musstest auch du schon durchmachen. Eine OP mit gerade mal 8 Wochen. Tapfer wie du bist, hast du es super gemeistert. Du forderst uns jeden Tag aufs Neue heraus. Wir machen uns auf, einen neuen Weg zu gehen. Trotz deiner Besonderheit aka Aufmerksamkeitsschwäche hast du die Grundschule hervorragend gemeistert und bald geht es auf die weiterführende. Boah, was haben wir Eltern hin- und herüberlegt. Welche Schule ist die richtige? Welche Schule wird dich in deinem Weg weiter so gut unterstützen wie es die Grundschule tat? Wir haben in den letzten Wochen zahlreiche Gespräche mit deinen Lehrern, deinen potentiellen zukünftigen Lehrern und den Psychologen, die dich seit Jahren begleiten, geführt. Ob wir am Ende die richtige Entscheidung getroffen haben – ach, dass kann ich dir nicht beantworten. Wir werden es gemeinsam versuchen. Der neue Weg momentan heißt: Medikation (dazu später mal mehr, noch ist es eine zaghafter Versuch).
Aber wir wollen dich gar nicht auf deine Besonderheit reduzieren. Das wäre nicht fair. Nach dem Fußball, spielst du nun total leidenschaftlich Basketball. Jeder Freund ist dir hier willkommen und ein größeres Herz als deines, gibt es wohl nicht. Herausfordernd, kraftzehrend, aber dafür werden wir doppelt und dreifach belohnt. Du bist der Junge mit dem angeborenen Sixpack (wofür dich deine Schwester absolut beneidet) und dem breitesten Grinsen. Herr Sonnenschein.

Und unsere Kleinste. Sie rockt gerade die Schule. Ist allseits beliebt.Fürchtet sich aber vor der kleinen, sehr zutraulichen Katze, die gerade die Nachbarschaft unsicher macht. Unser kleiner, großer Wirbelwind. Momentan forderst auch du uns heraus, weil wir einfach zu wenig Zeit für dich haben. Du läufst so mit und willst doch einfach mehr. Auf deine charmante Art bringst du nicht nur deinen Bruder zur Weißglut, sondern auch gelegentlich deine Eltern. Den größten Dickkopf hast eindeutig du, aber das ist ok. Du bist noch auf der Suche, lernst die Welt gerade erst kennen. Sport? Musik? Freunde? Schule?  – alles neu und unbekannt. Entdeckungstour ist angesagt. Die Bücherliebe teilst du mit deiner großen Schwester, powervoll wie dein Bruder und doch auf deine Art ganz einzigartig. Es kommen auch wieder Zeiten, in denen du im Mittelpunkt stehst. Ganz bestimmt.

Drei Kinder. Jedes einzigartig. Im Laufe der Jahre haben wir als Eltern gelernt, dass es immer wieder Zeiten gibt, in denen eines mehr Aufmerksamkeit und Kraft von uns benötigt. Das muss man als Eltern aber erst einmal akzeptieren können und damit umgehen lernen. Das war ein langer Prozess. Ein Kind fordert mehr an Aufmerksamkeit ein? Dann stellen wir uns die Frage, ob es recht haben könnte oder welche Ursache es sonst haben könnte. Wir versuchen dann wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Das heißt nun nicht: wir holen die Stoppuhr heraus. Im Gegenteil, meist ist Entschleunigung und mehr gemeinsame Familienzeit dann wichtig, um allen dreien Aufmerksamkeit schenken zu können ohne sich als Eltern zu zerreißen. Andererseits lernen unsere Kinder so auch, dass wir uns gegenseitig unterstützen müssen. Immer häufiger merkt man dann, dass sie sich gegenseitig unterstützen und helfen, kleine Aufgaben übernehmen und uns als Eltern damit auch ein Stück weit entlasten. Hat die Kleine ihre Hausaufgaben schon fertig, der Sohn braucht aber noch meine Unterstützung, so nimmt die Große ihre kleine Schwester schon mal mit zu sich ins Zimmer und sich suchen gemeinsam nach Beschäftigungsmöglichkeiten, z. B. die Kleine malt ein Bild und die Große macht ihre Hausaufgaben. So sind wir alle etwas entspannter. Oder der Sohn erklärt seiner großen Schwester ihre Matheaufgaben, wenn mir die passenden Worte fehlen (er hatte nämlich verstanden, was ich der Großen versucht habe zu erklären *lach*).

Es ist nicht immer einfach als Eltern sich in seine Rolle einzufinden und sie auszufüllen, aber gemeinsam kann man viel schaffen. Wir haben uns entschlossen die Kinder einzubeziehen. Jeder übernimmt seine Aufgaben, hat aber auch ein Auge darauf, wenn es bei einem gerade mal nicht so läuft und hilft ihm dann. Egal ob Geschwister oder einem Elternteil. Nicht immer und nicht bei allem, aber immer im Rahmen seiner Möglichkeiten und täglich lernen wir gemeinsam dazu.

Ich bin ein Mensch, oder doch eine Frau?

Ich bin ein Mensch.
Ein Mensch, wie du.

Ich bin auch eine Frau.
Ich möchte nicht auf mein Geschlecht reduziert werden.
Ich möchte als Mensch akzeptiert werden.
Ich möchte für gleiche Arbeit gleichen Lohn bekommen.
Ich möchte mit meiner Qualifikation die gleichen Chancen haben –
keine besseren und keine schlechteren.
Ich möchte nicht reduziert werden auf weibliche Attribute.
Ich bin ein Mensch, egal ob mit oder ohne großen Brüsten.

Ich bin ein Mensch.
Ein Mensch, egal ob Mann oder Frau.

Ich bin auch eine Mutter.
Ich möchte aber nicht nur auf meine Kinder reduziert werden.
Ich bin für meine Kinder da,
Ich möchte aber auch arbeiten –
Vollzeit oder Teilzeit? Ich kann gut für mich selbst entscheiden, was ich schaffe.

Ich bin ein Mensch,
egal ob Mutter oder Vater.

Ich bin auch Ehefrau.
Ob mit Mann oder Frau, kann das dir nicht egal sein?
Ich entscheide für mich.
Ich bin ein Mensch, egal ob Frau oder Mann, hetero, homo oder transsexuell.
Ob ich früher ein Mann war? – Leben wir nicht im Jetzt?

Ich bin ein Mensch.
Ein Mensch, wie du.

Ich bin nicht perfekt.
Bist du es?
Ich bin nicht  immer perfekt geschminkt und gestylt?
Bist du das?
Ich habe einen Bauch.
Bist du das perfekte Model?

Ich bin ein Mensch.
Ein Mensch, wie du
und ich verdiene den gleichen Respekt, wie du ihn verdienst.
Ich reduziere dich nicht auf das Attribut Mann 😉

Mehr beim Feministischen Netzwerk und vielen anderen Bloggern, aufgerufen hat das Kaiserinnenreich.

Ein Tag ohne mich – Weltfrauentag – meine Sicht

Der 8.März 2017. Es ist Weltfrauentag. Wir Frauen werden aufgefordert heute unsere Arbeit niederzulegen und zu streiken. Generalstreik. Für Frauenrechte und gegen Diskriminierung. Hier und auf der ganzen Welt. Alternativ ein Blogartikel zum Thema #eintagohnemich und trage die Farbe rot, als Zeichen der Solidarität mit allen streikenden Frauen heute.

Streiken? – Ich?

Was soll es bringen, wenn ich einen Tag lang streike? Wird die Welt davon zusammenbrechen? Wird sich dadurch etwas ändern? Wohl eher kaum und auch hier zuhause klappt ein Tag ohne mich durchaus. Erst am Montag war es so, dass der Mann meinen Part am Tag übernommen hat, während ich mich mit meiner Klausur abgemüht habe. Das ist möglich bei uns, auch wenn man schon zugeben muss, dass vieles dennoch liegen bleibt. Wie die Wäsche, die zwar in die Maschine geräumt wurde und gewaschen wurde, aber leider dann nicht mehr in den Trockner gewandert ist und von gebügelt und gefaltet und in die Schränke geräumt will ich gar nicht von sprechen und der 2. und 3. nötigen Maschine. Die Welt bricht aber nicht zusammen, wenn es um einen Tag geht. Eine Woche, ein Monat, das wäre etwas anders. So lange kann der Mann nicht der Arbeit fernbleiben, unsere Existenz wäre massiv gefährdet und eine (kurzfristige) Betreuung für solch einen Zeitraum nicht einfach organisierbar, wenn überhaupt. Ich sehe da keine Möglichkeit.

Doch es geht um mehr, als um das was ich hier tue. Es geht um das große Ganze, um nicht weniger. Anerkennung und Akzeptanz von Frauen und ihren Leistungen für die Gesellschaft. Bei uns ist es wie bei vielen anderen auch die Frau, sprich ich, die sich um die Kinder, den Haushalt, Freizeit und vor allem um Organisation des Ganzen kümmert. Natürlich übernimmt der Mann respektive der Vater auch einen Teil, doch den größten Teil des Tages ist er auf seiner Arbeitsstelle und somit außer Haus. Wäre die Situation andersherum, ich bin mir sicher er würde Haushalt, Kinder, Freizeit und Co auf seine Weise ebenso meistern. Wenn ich so wie heute nachmittag arbeite, dann sorge ich für die Kinderbetreuung und werde teils noch müde dafür belächelt, dass ich das was ich da tue auch noch Arbeit nennen. Traurig.

Warum sollte ich also heute streiken oder mindestens mich einsetzen für Frauenrechte, Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung? Weil es mich traurig macht, dass genau diese beschriebene Carearbeit meist der Frau zugeteilt wird und selten eine Anerkennung bekommt. Nicht innerhalb der Partnerschaft, sondern von Seiten der Gesellschaft, der Großeltern, der Nachbarn, ErzieherIn, der LehrerIn, der TherapeutIn, der Arbeitgeber, der Politiker, der Freundin/des Freundes etc.

Im Lebenslauf Kinder nennen?

Erst vor wenigen Tagen habe ich eine Diskussion auf Facebook verfolgt, in der es darum ging, ob eine 40jährige Frau mit akademischen Titel in ihrem Lebenslauf ihr Kind sowie das Alter (ihres und das des Kindes) angeben sollte oder nicht. Ähm was ist das bitte für eine Frage? Für mich würde sie sich nicht stellen. Bisher!
Denn die Diskussion mit einigen PersonalerInnen zeigt, dass das sehr wohl ausschlaggebend sein könnte und auf Grund des Kindes die Stelle nicht bekommen würde. Für den potentiellen Arbeitgeber steht häufig fest: Wer als Frau Kinder hat, der ist häufig nicht flexibel und häufiger krank oder fehlt häufiger, weil die Mutter sich ums Kind dann kümmert muss. Einem Mann würde dieses nicht angelastet. Hey, dass ist unfair!

Was kann das für mich bedeuten?

Da stellt sich schon für mich die Frage: wenn ich mich demnächst bewerbe, gebe ich dann meine Kinder an und ihr Alter? Denn dann ist klar ersichtlich, dass ich früh schwanger geworden bin (Kann die nicht verhüten? Die war doch viel zu jung.) Und wie will sie das mit drei Kindern machen? Ständiges Fehlen können wir uns nicht leisten, also gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch einladen?!
Aber wenn ich sie nicht angebe, wie erkläre ich die große Lücke zwischen Ausbildung, Studium und Arbeitssuche? Die längere Studienzeit könnte mir dann auch nachteilig angelastet werden.

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Gegen Diskriminierung, mehr Toleranz!

Diskriminierung ist also doch auch 2017 immer noch überall zugegeben und wir sollten uns dagegen auflehnen. Einen Generalstreik halte ich nicht für sinnvoll, aber die Möglichkeit die Öffentlichkeit auf Diskriminierung und Unrecht immer wieder zunutzen, auch nicht verstreichen. Also Frauen dieser Welt kämpft für unsere Rechte und gegen Diskriminierung (egal ob von Frauen, Kindern, Andersdenkenden) Für eine tolerantere Welt. Für eine breitere Öffentlichkeit sammelt das feministische Netzwerk alle Beiträge. Danke dafür.

Unsere Welt, unsere Gesellschaft muss toleranter werden und sich gegen jegliche Diskriminierung wehren.  Auch wenn ich vieles nicht verstehe und noch viel mehr für mich selbstverständlich erscheint, so ist es das leider nicht. Eine großer Veränderung werden wir nicht gleich direkt erreichen, aber wenn jeder bei sich selbst anfängt und die Augen aufmacht, dann können wir viel erreichen.

Weniger Müll, mehr Lebensqualität

Heute möchte ich von Maria erzählen. Sie ist eine sehr symphatische ,junge Frau, die im wunderschönen Münster wohnt. Maria ist mir zuerst auf Instagram begegnet, wo sie von ihrem müllfreien Leben unter @zerowaste_munster berichet. Das hat mich neugierig gemacht und ich wollte gerne die Person dahinter kennenlernen. Nur wie mache ich das am besten? Allen Mut zusammen fassen und nach einem Interview fragen – das wäre mein erstes. Im Oktober war es dann soweit.

Wie alles begann

9:00 Uhr im „natürlich unverpackt“ an der Warendorfer Straße in Münster. Eine junge Frau mit Fahrrad kommt auf mich zu. Das muss sie sein. Kurze Zeit später sitzen wir bei einem Cappuccino beieinander. Maria erzählt wie alles im Juni 2016 anfing. Eine Autorenlesung von Bea Johnson im natürlich unverpackt. Es faszinierte Maria und ihre Neugier war geweckt. Der Umzug aus der WG in die eigene Wohnung war das perfekte Timing, um sich von allem zutrennen, dass sie nicht zum Leben brauchte. Dabei schmiss sie die Dinge nicht in den Müll, sondern verschenkte bzw. spendete sie. Denn vieles was man selbst nicht mehr braucht, kann aber noch jemand anderes brauchen. Auf diese Weise muss nichts Neues produziert werden und es werden keine weiteren Rohstoffe benötigt, Verpackungsmüll und Energiekosten entfallen ebenso. Hört sich klasse an! So verwundert es auch nicht, dass sich in ihrer Wohnung keine neuen Dinge befinden: Alles hat sie entweder schon länger oder auf dem Flohmarkt oder bei ebay gefunden.

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zerowaste & plasticfree

Doch Maria geht noch einen Schritt weiter. Sie will auch möglichst plastikfrei leben. Es ist gar nicht so schwer, denn die Plastikschüssel lässt sich durch eine Glas- oder Edelstahlschüssel ersetzen. Ihre Lebensmittel und Hygieneartikel findet sie im natürlich unverpackt. Für den Einkauf hat sie Gläser gesammelt, in denen sich nun Linsen, Popcornmais, Mehl, Nudeln und mehr transportiert und aufbewahrt. Sie hat eine Gemüsekiste abonniert bei einem örtlichen Bauern, die ihr wöchentlich neues Obst und Gemüse ins Haus bringt. Ganz ohne Plastik und dazu noch in Bioqualität und regional angebaut. Für Maria ist das praktisch, denn auf den Markt geht sie nur selten und so probiert sie sich durch für sie unbekannte Sorten und muss Neues ausprobieren. Wenn mal etwas übrig bleibt, wird es am nächsten Tag verwertet.

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Die Wurmkiste

Und auch für den Bioabfall hat sie eine Alternative zur Biomülltonne gefunden: eine Wurmkiste. Diese steht bei Maria in der Wohnung und ist somit auch für Städter ohne Garten und Kompost eine gute Alternative. Die zerkleinerten Bioabfälle werden darin gelagert und von den Würmern zu allerfeinsten Kompost zersetzt. Etwas Probleme bereiten Maria die Fruchtfliegen, sie ist noch am ausprobieren wie sie diese am besten in den Griff bekommt.

Kleidung

In Punkto Kleidung näht sie entweder selber oder kauft fairtrade ein. Es ist ihr wichtig, dass die Kleidung fair produziert wurde egal ob in Deutschland oder andernorts, so lange wie die Arbeiter von ihrer Arbeit leben können und unter fairen Bedingungen arbeiten und die Kleidung anfertigen.

Vorleben, nicht belehren

Wird deine Lebenseinstellung eigentlich von allen akzeptiert oder bekommst du häufig Gegenwehr aus dem Freundes- und Bekanntenkreis?
Maria will nicht andere belehren und meint auch keinesfalls, dass ihr Weg der beste sei. Sie ist nicht immer direkt in Freundschaften und berichtet von ihrer Lebensweise, aber wer tut das auch? Die Akzeptanz anderer Meinungen ist das A und O. So war sie mit einem alten Freund im Urlaub. Am ersten Tag waren sie gemeinsam im Supermarkt einkaufen. Total selbstverständlich nahm der Freund eine Plastiktüte zum Verstauen und Transport der Einkäufe mit. Maria wollte ihren Freund nicht einnehmen mit ihrer Lebensweise. Die lange Zeit, die sie sich nicht gesehen hatten, hat sie verändert, doch mit der Tür ins Haus fallen? Nein, das ist nicht ihre Art.
Bei den folgenden Einkäufen im Supermarkt, am Obststand und auch für belegte Brote beim Bäcker hatte Maria ihre Stoffbeutel mit und packte die Einkäufe dort hinein. Sie hat ihren Freund keinesfalls auf die Nase gebunden, dass sie Müll und Plastik meidet, viel mehr hat sie es ihm vorgelebt. Ihr Freund hat es gesehen, nachgefragt, nachgedacht und am Ende mitgemacht. So kam es, dass Maria ihrem Freund eine ihrer Stoffbeutel schenkte am Ende des Urlaubs. Es macht mir Mut, dass es geht und auch von anderen akzeptiert wird.

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Gibt es auch Nachteile?
Maria sagt nein oder nur wenige. Man muss selbst etwas planen und organisieren. Der größte Nachteil ist wohl, dass man schnell überall Plastik sieht. Es wird einem viel bewusster, zum Beispiel das Biogemüse im Biosupermarkt, welches alles zusätzlich in Plastik eingepackt ist. Ein weiterer Nachteil ist, dass man gar nicht direkt merkt, was man da macht. Denn nicht anfallender Müll, ist ja auch nicht sichtbar. Mittlerweile hat sie eine Liste, in der sie notiert wann sie Müll und Plastik vermieden hat.

Mein Fazit

Maria ist eine tolle Frau. Müllvermeidung und zerowast-Leben geht, doch ob ich das auch mit Familie hinbekomme? Doch Maria sagt: Nimm den Druck raus. Probiert es aus und fangt klein an. Wichtig ist, dass ihr neugierig bleibt.
Als erstes werden wir wohl eine Liste anfertigen, denn dann wird alles greifbarer für uns und besonders für die Kinder, denen das alles manchmal etwas suspekt vorkommt. Und an Dinge wie Batterievermeidung und Wurmkiste hätte ich wohl ohne Maria und das Interview nie gedacht.

Und mein Tipp an euch:
Regelmäßig findet im natürlich unverpackt in Münster an der Warendorfer Straße Treffen statt, wenn ihr also Interesse habt, dann informiert euch bei Maria oder im natürlich unverpackt direkt.

Eure Chance

Wer es bis hier her geschafft: Respekt!
Mich interessiert wie ihr eure Einkäufe nach Hause transportiert? Habt ihr immer einen Stoffbeutel dabei oder einen Korb im Auto stehen oder doch gelegentlich die Plastiktüte?
Gerne möchte ich den Prozess der Vermeidung von Plastiktüten für den Einkauf entgegenwirken und deshalb habt ihr die Chance einen Einkaufsbeutel zu gewinnen (von mir genäht). Dazu lasst ihr mir hier einen Kommentar mit einem Hinweis wie ihr eure Einkäufe transportiert und wie man weiteren Müll vermeiden kann bis zum 17.02.2017 23:59 Uhr hier.

Teilnahmebedingungen

Um am Gewinnspiel teilzunehmen musst du mindestens 18 Jahre alt sein und einen Wohnsitz in Deutschland haben. Bitte hinterlasse eine gültige Email Adresse im Feld Email, damit ich dich kontaktieren kann. Diese wird nicht veröffentlicht. Du erklärst dich einverstanden, mir im Falle des Gewinnes deine Adresse zu senden. Die Adresse wird nur für den Versand des Gewinnes genutzt und danach gelöscht.
Jeder darf nur einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen und sollte dem Blog folgen.
Kommentare, die bis zum 17.02.2017 um 23.59 Uhr hinterlassen werden landen im Lostopf.
Der Gewinner wird von meiner Losfee ausgelost und per Email benachrichtigt. Wenn ich drei Tage nach Gewinnbenachrichtigung keine Antwort erhalte, ziehe ich einen neuen Gewinner.
Der Gewinn kann nicht bar ausgezahlt werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Plastikfrei oder müllfrei leben als Familie?

In der Bloggerwelt, aber auch in den Medien können wir hin und wieder lesen, dass wir viel zu viel Müll produzieren. Unsere Plastikabfälle vermüllen zunehmend die Meere und gefährden die Tierwelt und letztlich uns selber. Bei uns kam deshalb die Frage auf: Können wir als Familie es schaffen müllfrei und plastikfrei zu leben?

Ist-Situation

Momentan kommen wir auf 2 – 3 gelbe Säcke alle zwei Wochen, die Restmülltonne und die Papiertonne sind alle 4 Wochen gut gefüllt und auch die Biomülltonne ist häufig alle 2 Wochen gut gefüllt. Das ist ganz schön viel Müll und sicher lässt sich davon eine Menge vermeiden.

Voraussetzungen

Fünfköpfige Familie, wohnhaft in einer Kleinstadt im Münsterland, schmales Budget mit ca 220 € wöchentlich für Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung und Co., kleiner Garten und einem kleinen Marktangebot im Ort.

Inspirationsgeber

Es gibt wunderbare Beispiele im Netz, die zeigen, dass weitestgehend müll- und plastikfrei zu leben möglich ist. Gerade auf Instagram folge ich drei ambitionierten, tollen Frauen, die es tagtäglich schaffen. Um mir selbst ein Bild davon zu machen, habe ich Maria von @zerowaste_munster im Oktober 2016 getroffen. Den Bericht zum Treffen mit ihr lest ihr schon bald hier. Die liebe Nadine von @gottalove.zerowaste werde ich jetzt im Januar treffen und dann euch auch gerne von diesem Treffen berichten. Die dritte im Bund ist @ms101things, die mich durch ihre Konsequenz echt beeindruckt.

Familientauglich?

Und doch bleibt die Frage, ob das alles auch als Familie machbar ist und dazu noch hier aufm platten Land. Denn alle drei wohnen in größeren Städten, die zum Teil einen gut sortierten Markt haben oder/und einen erreichbaren Einkaufsladen, in dem man verpackungsfrei einkaufen kann, haben. Diese Voraussetzung habe ich hier nicht. Doch so schnell will ich gar nicht aufgeben. Zumindest unseren Müll zu reduzieren und Alternativen zu finden, das soll doch möglich sein.

Wer kennt tolle Alternativen?
Wer hat Tipps für uns?
Was sollen wir auf jeden Fall ausprobieren?